Schicksal oder freier Wille? Wie es dir immer mehr gelingt, selbstbestimmt zu leben.

Schicksal oder freier Wille? Wie es dir immer mehr gelingt, selbstbestimmt zu leben.

Selbstbestimmt leben

Selbstbestimmt zu leben gehört zu unseren elementaren Grundbedürfnissen. Um gesund zu bleiben und in unserer Kraft zu sein brauchen wir die Möglichkeit, das Leben zu verstehen und es nach unseren Wünschen gestalten zu können.

Du hattest gerade alles mit viel Engagement nach deinen Vorstellungen gestaltet, da trennt sich plötzlich der Partner, oder jemand stirbt viel zu früh oder die Arbeit geht verloren. Wo bleibt da der freie Wille und die Chance, selbstbestimmt zu leben?

Es sind nicht nur große Schicksalsschläge, die unserem freien Willen Grenzen setzen. Es sind auch die immer wiederkehrenden belastenden Gefühle, die wir nicht verstehen können. Traurigkeit, obwohl wir niemanden verloren haben, plötzliche Wut, die nicht passend zur Situation ist oder lang anhaltender Groll, der sich auch bei allem guten Willen nicht auflösen lässt.

Und diese immer wiederkehrenden Muster! Immer wieder der falschen Partner. Immer wieder Geldprobleme. Immer wieder Streit in der Familie. Und dabei hattest du es dir so fest vorgenommen, dass sich das endlich ändern wird! Doch mit allem guten Willen ist es bisher nicht gelungen. Das ist doch in keinster Weise selbstbestimmt!

Dass sich das Leben unablässig wandelt und dass nichts so bleibt, wie es soeben noch war, ist nicht das Schlimmste, wir haben ja auch die Fähigkeit, uns immer wieder neuen Bedingungen anzupassen und uns neu zu entscheiden. Doch oft haben wir nicht das Gefühl, das Leben so gestalten zu können, wie es deinen eigenen Wünschen entspricht. Was liegt dem zugrunde und wie kannst du das ändern?


Immer wieder die gleichen Muster

„Ich wollte nie so werden wie meine Mutter, und nun bin ich es doch“ oder „Ich versuche immer wieder etwas anders zu machen, aber ich komme immer wieder in die gleiche Situation“.

„Immer wieder gerate ich an den falschen Partner“, oder „Ich bin ständig auf der Suche und weiß nicht wonach“ und „Ich kann machen was ich will, aber ich habe immer kein Geld“.

So und ähnlich beschreiben es die Menschen, die zur Aufstellung kommen. Es ist das Gefühl, dass der eigene Wille Grenzen hat und Kräfte wirken, die sich ihrem Denken und Wollen entziehen und die Menschen an ihre Grenzen bringen. Auf Dauer werden diese Menschen kraftlos, mutlos oder sogar krank.

Wir denken zumeist, es liegt an uns

Wenn uns belastende Gefühle bedrücken denken wir zumeist, die Schwierigkeiten liegen an uns. Wenn wir uns nur mehr anstrengen, wenn wir dies oder das anders machen würden, dann werden die Probleme schon zu ändern sein.

Doch so ist es oft nicht. Das, was hinter unserem Problem wirkt, ist oft unbewusst und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle. Denn Probleme können systemisch bedingt sein. Systemisch bedingt heißt, es kann etwas aus dem System unbewusst auf dich wirken, was sich der eigenen Kontrolle entzieht. Meist ist es das Familiensystem.

So kann es z.B. sein, dass familiäre Bindungen verhindern, zielgerichtet und erfolgreich den eigenen Weg zu gehen. Ein Tabu in der Familie, ein fehlender Segen oder Werte, die nicht mit der Familiengeschichte übereinstimmen, können den Erfolg, das Glück und eine erfüllende Partnerschaft verhindern und Ursache von Krankheiten sein.

Schwere Schicksale in der Familie

Schwere Schicksale in der Familie, wie der Verlust der Heimat, eines Partners, eines Kindes oder von Geschwistern durch Krankheit, Unfall, Suizid, Mord oder Krieg, Adoptionen, Abtreibungen, Früh- und Fehlgeburten, schwere Behinderungen, Trennungen, schwere Schuld, Missbrauch und Gewalt können sich auf die anderen Familienmitglieder auswirken.

Sie können zu familiären, beruflichen oder gesundheitlichen Problemen führen bis hin zum Wunsch, selbst nicht mehr leben zu wollen. Und das auch, wenn wir diese Menschen nicht kennen und wenn sie vielleicht schon längere Zeit nicht mehr am Leben sind.

Wie lässt sich erklären, dass die Ereignisse vorangegangener Generationen und die Erlebnisse unserer Familienmitglieder auch noch nach langer Zeit auf uns wirken, auch dann, wenn wir nichts von diesen Ereignissen wissen?

Wir sind alle miteinander verbunden

Sowohl die moderne Quantenphysik als auch die alten Weisheitslehren weisen darauf hin, dass alles mit allem verbunden ist. Dass wir eingebunden sind in Felder, die weit über uns hinausweisen. Diese Felder tragen Informationen.

Prof. Hans-Peter Dürr, Quantenphysiker und Nobelpreisträger, beschreibt, dass es unserem menschlichen Verstand nicht möglich ist, die Wirklichkeit auch nur annäherungsweise zu begreifen. Hatte man in der alten Physik noch angenommen, dass die Welt aus Substanz und Materie besteht, wissen wir jetzt, dass die Welt verdichteter (geronnener) Geist ist. Jeder von uns ist Teil dieses Feldes und wirkt kreativ auf dieses ein.

Pater Willigis Jäger, Holzkirchen, Benediktiner und Zenmeister schreibt in seinem Buch „Die Welle ist das Meer“, dass alle Religionen von der Erfahrung des All-eins-seins mit verschiedenen Namen sprechen: Der Urgrund allen Seins, das Meer, das Göttliche, die Liebe, der Große Geist (Spirit), die Weltenseele, Nicht-Zwei, Buddhanatur sind einige der Namen für eine Wirklichkeit, die sich kaum in Worte fassen lässt.

Die transgenerationale Weitergabe von Traumata

Der englische Biologe Rupert Sheldrake prägte den Begriff des „Morphischen Feldes“. Morphische Felder sind überall präsent, von der Bildung eines Kristalls, einer Aminosäure und einer Familie, einer Organisation bis hin zur Bildung eines Planeten oder einer Galaxie.

Zentrales Charakteristikum morphischer Felder ist, dass sie sich entwickeln. Sie sind fähig, Informationen zu registrieren und sich dementsprechend zu verändern. Ihre Struktur hängt von den in der Vergangenheit aufgenommenen Informationen ab, sie verfügen damit über eine gewisse Art von Gedächtnis.

Wenn morphische Felder überall in der Natur zu finden sind, heißt das, dass die Natur selbst ein Gedächtnis darstellt. Das heißt auch, dass der Einfluss der Vergangenheit immer gegenwärtig ist.

Gehen wir davon aus, dass wir als Lebewesen alle miteinander verbunden sind, so lässt sich annehmen, dass die Schicksale einzelner Familienmitglieder nicht vergessen werden. Sie werden durch unbewusste Bindung und Liebe auch von anderen Familienmitglieder gefühlt.

Wir sprechen hier von Seelenbewegungen. Wir können diese Seelenbewegungen nicht sehen, wir können sie nur an ihren Wirkungen erkennen. In unseren Seelenbewegungen fühlen wir die Verbindung zu unseren Familienmitgliedern weiter. Vor allem zu deren Schicksalen, wenn diese nicht in Frieden kommen konnten.

Sind wir dem Schicksal dadurch ausgeliefert?

Die Erkenntnisse der systemischen Forschung und der modernen Epigenetik zeigen, dass die Reaktionen auf Traumata über Generationen weitergegeben werden. Diese Traumata verändern zwar nicht das Erbgut, sie bleiben jedoch als unbewusste Erinnerung auch nach mehreren Generationen erhalten und werden so an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Hier führen sie zu Reaktionen, die denen der selbst erlebten Traumata ähneln.

Sind wir dann dem Schicksal ausgeliefert, je nachdem, was in unseren Familien geschehen ist? Oder haben wir einen Spielraum für unseren eigenen Willen? Und was ist dieses Schicksal?

Unberechenbares Schicksal

Was ist das, dieses Schicksal? Bei genauerem Hinschauen zeigt sich als Essenz der verschiedensten Ansichten, das Schicksal sei das Ergebnis der Wirkung einer größeren Kraft oder von höheren Mächten, die die Ereignisse des Lebens gestalten und die unabhängig von unserem eigenen Wollen wirken. Nun sind diese Ereignisse ja nicht immer angenehm und schon gar nicht vorhersehbar.

Ein unberechenbares Schicksal macht Angst, hinterlässt Beklemmung und das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Das sind durchweg Emotionen, mit denen wir uns nicht gut fühlen. Und Vertrauen in das Leben ermöglicht ein unberechenbares Schicksal nun schon gar nicht.

Lieber wäre es uns doch, wir hätten das Gefühl, mit unserem freien Willen doch einiges selbst entscheiden und bewegen zu können. Denn in unsere eigene Kraft können wir, wenn auch begrenzt, doch eher vertrauen als in ein unberechenbares Schicksal.


Hadern mit dem Schicksal: Eine Aufstellung

In einer Weiterbildung sagt Anna K. : „Ich hadere oft mit dem Schicksal. Mit meinem, mit dem gesellschaftlichen, kulturellen, politischen. Ich hinterfrage lange, hätte man da nicht was anders machen können?

Und jetzt, in der Aufstellung zum Schicksal meiner behinderten Tante, die im Heim in der Nazizeit „verstarb“, da fiel es mir so schwer, auf das Schicksal zu schauen und zuzustimmen, dass es war wie es war und damit in Frieden zu kommen. Deshalb möchte ich fragen: Gibt es denn einen freien Willen? Können wir unser Leben beeinflussen oder ist alles Schicksal?“

Die Teilnehmer der Weiterbildung reagierten sofort mit einem intensiven Für und Wider und es entstand ein sehr emotionaler Austausch von Meinungen. Um die ganze Frage mehr aufzuhellen entschied ich mich, diese Frage aufzustellen.

Ausgewählt wurden 5 Stellvertreter: Je einen für das Schicksal, die größere Kraft (hier mit Gott bezeichnet), das Leben, den freien Willen und den Menschen. Es war eine sehr tiefe und berührende Aufstellung, die vollkommen im Schweigen verlief. Im Raum breitete sich eine atemlose Stille aus, wir hielten förmlich den Atem an, so bewegend war das, was sich da zeigte.

Zuerst stand das Schicksal zwischen dem Menschen und dem freien Willen. Wie auch immer der Mensch sich bewegte, das Schicksal stand vor ihm und der Mensch und der freie Wille hatten keine Chance, zusammen zu kommen.

Das Leben selbst war über den Bemühungen des Menschen, das Schicksal zu umgehen und zum freien Willen zu gelangen, ganz aus dem Blick geraten.

Es dauerte lange. Erst als der Mensch aufhörte, das Schicksal zu umgehen oder manipulieren zu wollen und sich langsam der größeren Kraft zuwendete, veränderte sich alles.

Nun stand der Mensch der größeren Kraft gegenüber. Er wurde ruhig. Mit einer Hand auf dem Herzen und ganz leicht gebeugtem Kopf konnte er deren Größe in Demut anerkennen.

Plötzlich ging das Schicksal zur Seite, stellte sich neben die große Kraft und machte Platz für den freien Willen. Der freie Wille kam langsam auf den Menschen zu und beide begegneten sich still.

Auch das Leben kam näher. Nun konnte der Mensch mit dem freien Willen an der Seite auf das Leben schauen. Das Schicksal und die größere Kraft schauten auf den Menschen und das Leben.

Jedes Jetzt ist Schicksal

Später schrieb mir Anna K.: „Die Aufstellung war wichtig für mich. Ich habe gesehen, dass es einen freien Willen gibt, dass ich nicht ausgeliefert bin. Er steht mir zur Verfügung, weil ich dem Ruf gefolgt bin, mich anvertraut habe, Menschen gefunden habe, die mir den Raum gegeben haben, mir zu helfen. Danke, danke, danke.

Mir gefällt am besten die folgende Aussage über das Schicksal: Jedes Jetzt ist Schicksal. Es ist Ergebnis dessen, was geschehen und was nicht mehr zu verändern ist. Schicksal ist Vorgabe. Erst von jetzt an kann man etwas aus ihm machen. Das Ergebnis eines jeden Machens wird neues Schicksal sein.“

Ich danke dir, Anna K., und der ganzen Gruppe für diese berührende und erhellende Aufstellung.


So wie das Schicksal war, so war es

Wenn wir kämpfen für oder gegen etwas, weil wir denken, wir haben verstanden, dann kostet das unendlich viel Kraft und bringt nur Kampf in die Welt. Aber anzuerkennen, dass wir in größere Felder eingebunden sind, die wir auch oft nicht verstehen und benennen können, dass diese Felder und Kräfte auch Schmerzhaftes mit sich bringen, manchmal auch etwas, das kaum auszuhalten war, diesem zuzustimmen: „Ja so war es.“ heißt, dem Leben und dem, was es mit sich bringt, zuzustimmen.

Der wesentliche Schritt: Anerkennen was war

Es ist dieses Anerkennen dessen, was war. Nicht als gut oder schlecht, sondern nur: „Ja so war es. Genau so“. Und dann entsteht plötzlich ein weiter Raum zum Handeln. Nicht, um das Schicksal zu ändern, denn so wie es war, so war es. Da entsteht ein innerer Frieden. Es entsteht ein Raum zum Handeln, um Neues zu bewirken. Kreatives. Auch Lebenslust, Liebe und Heilung.

Vertrauen in das Leben bedeutet auch, Vertrauen zu haben in die Fähigkeit, dem Leben zuzustimmen wie es ist und dennoch immer wieder weiterzugehen und immer wieder neu zu handeln.

Vertrauen in das Schicksal

Vertrauen in das Schicksal können wir wohl nicht willentlich machen, wir können uns ihm nur öffnen. Es ist dieses „Ja“ zum Leben. Auch zu dem, was war. Und zu dem was gerade ist. Und zu dem, was wir noch nicht kennen, in das wir nur vertrauen können. Wenn uns dieses „Ja“ gelingt wird das Leben leichter. Der indische Philosoph Rabindranath Tagore schreibt dazu:

Schicksal, ich folge dir freiwillig,
denn täte ich es nicht,
so müsste ich es dennoch unter Tränen tun.

Wird in einer Familienaufstellung auch das Schicksal mit aufgestellt, wird es meist als entlastend, groß und friedlich wahrgenommen. Ich habe beobachtet, dass die Seele des Klienten oft schon lange darauf gewartet hat, Frieden mit dem Schicksal zu schließen, um heilen zu können.

Der nächste Schritt: Eingefrorene Gefühle und Traumata lösen

Das Schicksal anzunehmen, das schreibt sich so schnell hin. Aber wir können es zumeist nicht ohne Unterstützung. Denn wenn wir dem einfach zustimmen könnten, dann hätten wir es sicher schon getan. Es sind die eingefrorenen Gefühle und die Schockstarre des Traumas, die verhindern, dass die Gefühle sich zu einem guten friedlichen Ende vollziehen können.

Und hier wirkt die Aufstellungsarbeit in mehrerer Hinsicht segensreich. Sie schafft den Raum, damit sich das eigentliche Trauma zeigen kann, das hinter dem aktuellen Problem verborgen liegt.

Dann schafft sie den Raum, dass sich die damit verbundenen Gefühle zeigen und zu einem guten Ende vollziehen können. Und sie schafft den Raum, dass die Liebe in der Familie endlich eine Chance hat da zu sein.

Oft schenkt eine Familienaufstellung auch die Möglichkeit, endlich gesehen zu werden oder auch, sich von Familienmitgliedern verabschieden zu können, wenn das bisher nicht möglich war. Dann entsteht von ganz allein ein inneres Ja zu dem, was war. Wir kommen in Frieden mit dem, was geschehen ist und dem, was uns heute bleibt.


Der Sinn einer Familienaufstellung

Familienaufstellungen bewirken tiefe Bewegungen in unserem Herzen. Traumata können gewandelt werden und heilsame Impulse neue Lebensmöglichkeiten schenken. Dann können wir freier über unser Leben entscheiden, in unsere eigene Kraft kommen und unseren eigenen selbstgewählten Weg gehen.

Eine Familienaufstellung kann dir inneren Frieden bringen und der Seele und dem Herzen ermöglichen, neu zu vertrauen. Auch und gerade dem Leben zu vertrauen. Wenn du nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung für dich jetzt der nächste gute Schritt ist, dann klicke hier, ich sende dir dann umgehend und kostenlos das E-Book „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“ zu.

Neuer Freiraum zum Handeln

Wenn dich über längere Zeit belastende Gefühle bedrücken oder einengende Lebensmuster daran hindern, dein freies Potential zu leben, so ist das für dich kein festgeschriebenes Schicksal. Wenn du erkennen kannst, was dich belastet und diesen Gefühlen zustimmst: „Ja so ist es bei mir. So ist es jetzt.“ dann ist das schon der wesentliche Schritt, um neue Wege zu gehen.

Jetzt kannst du handeln. Schau in deine Familiengeschichte. Schau nach Möglichkeiten der Heilung. Frage nach. Lass dir das E-Book zusenden. Oder komme als Stellvertreter_in zum Aufstellungsseminar, um zu schauen, ob diese Arbeit für dein Thema heilsame Lösungsschritte bringen kann.
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Und genieße deinen freien Willen, den du heute hast.

Alles Gute und herzliche Grüße
Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

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renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

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