Kategorie: Vertrauen

Enttäuschung, Verrat und Vertrauensbruch. Was du tun kannst gegen Groll und Verbitterung

Enttäuschung, Verrat und Vertrauensbruch. Was du tun kannst gegen Groll und Verbitterung

Lang anhaltender Groll und innere Schuldzuweisungen vergiften unser Leben

Lang anhaltender Groll und innere Schuldzuweisungen vergiften unser Leben. Sie verhindern fast immer eine Lösung. Denn nichts ist so zeitresistent wie Groll. Noch nachdem die Scheidung schon 20 Jahre her ist erzählen mir Menschen immer noch vorwurfsvoll die gleichen Ereignisse, die sie damals verletzt haben. Sie sind dem anderen böse, als wäre es erst vorige Woche gewesen. Doch dieser Groll verhindert, sich neuen vertrauensvollen Beziehungen zu öffnen. Denn: „Man weiß ja nie, ob so etwas einem wieder passiert“. Ein gebranntes Kind scheut ja bekanntermaßen das Feuer.

Was passiert also? Aus Angst vor neuem Schmerz verschließt sich das Herz und trifft dann die Entscheidung: „Nein, da bleib ich doch lieber alleine!“ Oder „Das muss ich mir nicht mehr antun, man weiß ja, was dabei rauskommt.“

Gut, das ist auch eine Entscheidung. Nicht jeder muss heiraten, in einer Paarbeziehung leben, mit Firmenpartnern zusammenarbeiten. Es gibt auch Menschen, die von Natur aus eher Einzelgänger sind. Doch wenn es eine Entscheidung ist, weil ein Mensch dich verletzt hat, vielleicht auch mehrere Male oder immer wieder, dann ist das keine wirklich frei gewählte Entscheidung.

Kein Mensch ist hundertprozentig vertrauenswürdig

Kein Mensch ist hundertprozentig vertrauenswürdig. Auch du nicht und auch ich nicht. Es geht nicht, das liegt in der Natur des Lebens an sich begründet. Leben ist unablässig Veränderung. Und im Miteinander mit anderen Menschen werden wir irgendwann auch enttäuscht werden, getäuscht werden, uns verraten fühlen und diesem Menschen dann nicht mehr vertrauen können. Auch wir werden andere Menschen verletzen, meist ungewollt, es bleibt nicht aus.

Unser Leben ist ein ewiges Lernen. Versuch und Irrtum schließen auch Fehler mit ein. Auch wenn wir gern einen Menschen an der Seite hätten, dem wir immer, wirklich immer vertrauen können, so kann es passieren, dass wir auch da einmal nicht das bekommen, was wir im Moment gerade brauchen. Und dann enttäuscht sind.

Was kannst du tun, wenn ein anderer Mensch dein Vertrauen verletzt hat?

Deine Partnerin, dein Partner hat eine Nebenbeziehung, dein Freund hat dein Geld verspielt, das du ihm in seiner Notlage geliehen hast. Dein Geschäftspartner hat hinter deinem Rücken wesentliche Entscheidungen getroffen. Deine Freundin hat das, was du ihr anvertraut hast, umgehend weitererzählt. Das und vieles andere passiert. Und es schmerzt das Herz. Wie kannst du da noch vertrauen!

Vertrauen in andere Menschen heißt, sich immer wieder neu auszurichten. Da in jedem Miteinander auch Schmerz ist, ist wirkliche Veränderung ohne Vergebung nicht möglich. Doch das ist leicht gesagt und oft erst einmal überhaupt nicht möglich, wenn der Schmerz und die Enttäuschung zu groß sind. Und es ist auch bei weitem nicht gut, zu schnell zu vergeben.

Bei einer Verletzung, einem Verrat und einem Vertrauensbruch haben wir das Recht und die Pflicht, dem anderen böse zu sein und Ausgleich und Wiedergutmachung zu fordern. Nur dann hat die Beziehung eine Chance für einen Neuanfang, und beide Partner können an der Verletzung wachsen. Oder du kannst entscheiden, die Beziehung zu beenden und auseinander zu gehen, ohne im Groll und Vorwurf verhaftet zu bleiben.

Was brauchst du, um einem Menschen zu vergeben, der dich verletzt hat?

Falls du eine Verletzung ausheilen möchtest, dann schaue nach Möglichkeiten der Vergebung und Wiedergutmachung.

Vergebung hat zwei Vorstufen: Der wesentliche erste Schritt ist, die vielfältigen Gefühle des Schmerzes zuzulassen, die mit der Verletzung verbunden sind. Nicht wahrhaben wollen, Hilflosigkeit, Ohnmacht, Enttäuschung, Sehnsucht, Schmerz, Wut, Zorn, Hass und Traurigkeit brauchen Raum, um da sein zu dürfen.

Im zweiten Schritt brauchst du eine Möglichkeit der Wiedergutmachung. Frage dich: Was brauche ich, damit es wieder gut werden kann? Erst dann hat Vergebung eine Chance.

Die Gefühle des Schmerzes zulassen

All die Gefühle des Schmerzes zuzulassen ist oft kaum ohne Hilfe möglich. Unverständnis, Hilflosigkeit, Nicht-Wahrhaben-Wollen, Enttäuschung, Wut, schmerzhafte Liebe, die nicht an ihr Ziel kommt, Traurigkeit, Sehnsucht – die Gefühle wechseln sich in schneller Folge ab. Und wenn du gerade denkst: Nun habe ich es geschafft, jetzt habe ich eine Lösung gefunden, dann geht es wieder von vorn los. Diese Gefühle brauchen Zeit. Und die Chance, überhaupt da sein zu dürfen.

Manchmal helfen Freunde, körperliche Aktivitäten, eine Auszeit oder ein Rückzug für einige Zeit.

Nur allein der Zeit zu vertrauen hilft oft nur begrenzt. Denn wenn die schmerzhaften Gefühle nicht verarbeitet werden und keinen Raum haben, sich in sicherem Rahmen vollziehen zu dürfen, dann besteht die Gefahr, dass sie sich in einen stummen Groll verwandeln, der keine neue vertrauensvolle Beziehung mehr zulassen kann.

Wenn du es geschafft hast, dass deine schmerzhaften Gefühle da sein durften und sich bis zu einem Ende vollziehen konnten und du gern möchtest, dass eure Beziehung wieder gut weitergehen kann, dann braucht es eine angemessene Wiedergutmachung.

Was ist eine angemessene Wiedergutmachung für dich?

Was eine angemessene Wiedergutmachung sein kann entscheidet derjenige, der verletzt wurde. Wenn du selbst verletzt wurdest, dann überlege gut, was für dich eine gemäße Wiedergutmachung sein kann. Was kann der Andere tun, damit es gut weitergehen kann zwischen euch?

Dein Mann (oder deine Frau) hatte einen Seitensprung. Was brauchst du, damit es gut weitergehen kann zwischen euch? Vielleicht ein Versprechen, dass es nicht wieder vorkommt? Oder den lang ersehnten Urlaub zu zweit? Oder einen Ring? Oder den Angelurlaub mit Freunden? Nur du kannst es festlegen! Doch es muss so sein, dass die Wiedergutmachung möglich ist für ihn oder sie. Sie muss „angemessen“ sein, muss den Anderen „etwas kosten“, aber nicht zu viel und darf nicht unerfüllbar sein.

Ist dir selbst ein wesentlicher Fehler unterlaufen, dann benenne zuallererst den Fehler, der dir passiert ist. Und dann biete du die Möglichkeit einer Wiedergutmachung an. Aber frage du, was du tun kannst! Nicht du kannst festlegen, was für den anderen eine angemessene Wiedergutmachung ist, nur er/sie selbst kann das fühlen. Wenn du also fragst: „Was kann ich tun, damit es gut weitergehen kann?“ wirst du eine Antwort bekommen.

Wenn dir die Wiedergutmachung verweigert wird, dann hast du keine Chance für ein gutes weiteres Miteinander. Du warst und bist und bleibst dazu bereit, doch wenn der Andere keine Möglichkeit gibt, dann hat ein gutes vertrauensvolles Miteinander für die Zukunft keine Chance. Denn dann bleibst du immer „in der Schuld“. Dann trenne dich in Frieden. Verabschiede dich und lass den Anderen in Frieden ziehen.

Falls du ein schlechtes Gewissen hast und es dir keine Ruhe gibt, deinen Fehler nicht wieder gut machen zu können, dann kannst du schauen, ob du vielleicht an einer anderen Stelle Gutes tun kannst. Wir sind alle miteinander verbunden. Verzichte auf Schuldzuweisungen dir selbst gegenüber. Dann kannst du dir selbst und anderen einen Neuanfang gewähren.

Wirkliche Vergebung im Herzen ist ein Verzicht

Keine wirkliche Vergebung ist, wenn wir im Inneren sagen: „Ich vergebe dir, komme aber bei passender Gelegenheit darauf zurück.“ Oder: „Ich vergebe dir, sage nichts mehr, vergesse aber nicht und bin auf der Hut.“ Diese Art der Vergebung ermöglich keinen Neuanfang.

Wirkliche Vergebung ist ein Verzicht. Es ist der Verzicht auf eine Schuldzuweisung. Das ist eine bewusste Entscheidung, in dieser Situation auf einen Schuldvorwurf zu verzichten. Eine Entscheidung für ein wissentliches Vergessen. Dann sagst du im Inneren: „Ich vergebe dir und entscheide mich zu vergessen und uns einen Neuanfang zu gewähren und komme nie mehr darauf zurück.“

Oder gar: „Ich vergebe dir und danke dir, dass ich das durch dich erleben durfte und lernen konnte.“ Letzteres ist aber schon eine große Herausforderung und oft erst in weiseren Jahren möglich.

Eine Trennung: Lass den Anderen in Respekt gehen

Manchmal ist eine Trennung unausweichlich. Was uns zusammenführt und was uns trennt ist vom Wesen her wohl ein Geheimnis. Eine Trennung braucht einen guten Abschied und vor allem Dankbarkeit für das Gute, das wir durch das Miteinander bekommen haben. Dankbarkeit ist die schönste Form der Erinnerung. Wo Dankbarkeit ist, hat kein belastendes Gefühl mehr Platz.

Vertraue in deine Kompetenz und deine Fähigkeit zu heilen und dich neu auszurichten. Achte dich selbst und den anderen und lasse ihn, wenn du kein weiteres Miteinander möchtest, in Respekt vor seinem eigenen Weg und seinem eigenen Schicksal ziehen.

Wenn dir ein Verrat schon mehrere Male passiert ist

Falls es dir schon bei mehreren Menschen passiert ist, dass dich deine Partnerin oder dein Partner betrogen und tief verletzt hat, dann liegen dem verborgene Dynamiken zugrunde. Was wirkt da auf dich? Warum ziehst du solche Menschen und Ereignisse an? Wiederholt sich da etwas, was in deiner Herkunftsfamilie damals geschehen ist, vielleicht verschwiegen wurde und nicht ausgeheilt wurde? Gibt es da vielleicht eine unbekannte Schuld? Oder verdrängte Schuldgefühle? Oder nicht ausgeheilte Schuldzuweisungen?

Gerade auch, wenn du in der Partnerschaft einen Vertrauensbruch erlebt hast, ist eine Aufstellung ein wunderbarer Schritt, um die dahinterliegenden inneren Bewegungen zu erkennen, zu lösen und zu heilen. Denn oft wirkt hier mehr als der gute oder schlechte Wille von euch beiden. Meist wirken hier ganz andere Dynamiken, die sich deinem und eurem Willen und Wollen als Paar entziehen.

Eine Familienaufstellung ist hier ein sehr erhellender und heilsamer Schritt. Hier findest du die Termine für die Aufstellungsseminare und kannst dich hier auch für ein Seminar anmelden.

Und zweimal im Jahr leite ich ein Seminar zum Thema Vertrauen am Benediktushof in Holzkirchen. Der Benediktushof ist ein ganz besonderer Ort der Stille. Im Seminar arbeiten wir mit Familien- und Traumaaufstellungen, Körperarbeit, Gespräch und Meditation. Das Sitzen in der Stille unterstützt uns, uns zu zentrieren und aus unserer inneren Mitte heraus zu handeln. Hier findest du die Termine und kannst dich hier auch anmelden.

Eine wahre Geschichte: Thea kann nicht aufhören zu weinen

Thea erzählt im Aufstellungsseminar, dass sie kaum aufhören kann zu weinen. Sie muss überall weinen, sogar auf dem Bahnhof laufen ihr die Tränen, sie kann sie einfach nicht kontrollieren. Immer wieder kommen Wellen des Schmerzes. Dabei versucht sie schon seit Wochen, mit ihrem Schmerz fertig zu werden.

Thea hat vor 8 Wochen entdeckt, dass der Mann, mit dem sie drei Jahre zusammengelebt hat und mit dem sie alt werden wollte, eine andere Frau hat, von der sie nichts wusste. Nachdem die Gefühle der Fassungslosigkeit und Wut in ihr abgeebbt waren, kam dann diese unendliche grenzenlose Traurigkeit, die sich für Thea anfühlte, als wenn ihr Leben nun nicht mehr weitergehen konnte.

Thea selbst sagt, dass sie diese Gefühle als nicht angemessen empfindet, da ihr Kopf schon weiß, dass sie auch ohne diesen Mann gut weiterleben kann. Aber es fühlt sich für Thea ganz und gar nicht so an, was ihre Tränen zeigen, die ihr unablässig über das Gesicht laufen.

Ich frage nach vorigen wichtigen Partnerschaften. Zwei Männer gab es in Theas Leben, mit denen sie jeweils mehr als 10 Jahre zusammen war. In der Anamnese der Familiengeschichte erzählt Thea, dass ihr Vater 8 Jahre verlobt war und sich von der Verlobten unerwartet getrennt hat, da er die Mutter von Thea kennengelernt habe, die er danach geheiratet habe. Die Verlobte sei bis an ihr Lebensende allein geblieben.

Im ersten Schritt stelle ich Thea, die beiden vorigen Männer von Thea und den jetzigen Partner. Meine Annahme war, dass eventuell eine vorige Trennung nicht zu einem guten Ende gekommen ist und die jetzige Trennung Thea nicht nur den gegenwärtigen, sondern auch den vorigen Trennungsschmerz in seiner ganzen Tiefe nochmals spüren lässt.

Alle Stellvertreter können sich frei im Raum bewegen. Thea schaut nacheinander auf jeden der drei Männer, ihre Tränen werden weniger. Auf ihren letzten Mann schaut sie zwar leise weinend, aber dann schaut sie wie gebannt auf eine freie Stelle im Raum. Ich stelle eine Frau für die Verlobte des Vaters an diese Stelle und wähle einen Mann als Vertreter für Theas Vater und eine Frau als Vertreterin für Theas Mutter aus.

Jetzt geschieht eine wesentliche Veränderung. Die Verlobte des Vaters fängt tief schluchzend an zu weinen. Ihr Weinen schüttelt sie förmlich. Als es abebbt, schaut sie tränenüberströmt auf den Vater. Beide gehen langsam aufeinander zu. Sie umarmen sich und halten sich lange. Dann lösen sie sich, der Vater wendet sich langsam ab und schaut auf die Mutter.

Thea hat gebannt zugeschaut, ihre Tränen sind versiegt. Als sich der Vater und die Mutter in den Arm nehmen, kann Thea langsam zu beiden gehen. Dann lässt auch Thea sich von den Eltern in den Arm nehmen. Lange stehen die drei so da. Die Verlobte geht mit ruhigem Gesichtsausdruck zurück, wendet sich dann ab und schaut aus dem Fenster. Im Raum breitet sich Frieden aus.

Hier beende ich die Aufstellung. Die heftigen schmerzhaften Gefühle von Thea waren nur teilweise ihre eigenen Gefühle. Sie hatte die Gefühle dieser Verlobten übernommen. Ich erkläre, dass es sogenannte übernommene Gefühle gibt, die nicht wirklich zu uns gehören, die zu jemandem Anderen in der Familie gehören. Die wir aber, wenn wir in einer ähnlichen Situation sind, in der vollen Intensität fühlen, als wären sie unser eigener Schmerz.

Thea schreibt mir später, dass ihr Herzschmerz nicht wiedergekommen sei, dass sie nach der Aufstellung kein einziges Mal mehr diese unstillbaren Tränen weinen musste. Sie konnte die Verantwortung für das Verschweigen der neuen Beziehung bei dem Mann belassen und den Teil ihrer eigenen Verantwortung erkennen, der zur Trennung geführt hatte. Und nun ruhig auf die vergangenen Erfahrungen schauen.

Und noch etwas Wesentliches sei geschehen. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern habe sich noch einmal verändert. Jetzt könne Thea ganz neu und liebevoll auf die Eltern schauen. Sie erinnere jetzt Situationen, an die sie schon lange nicht mehr gedacht habe. Und sie habe das Gefühl, mit den Eltern nun ganz in liebevollem Frieden zu sei.

Die Geschichte von Thea ist eine von vielen, vielen Aufstellungsgeschichten, die ich erlebt habe. Sie zeigt, dass sich hinter tiefen Gefühlen oft unbewusste seelische Dynamiken verbergen, die sich unserem Denken entziehen. Dass unsere Schmerzen nicht immer nur unsere eigenen sind. Wenn die Dynamiken sichtbar werden, können sie sich zu einem guten Ende vollziehen und aufhören zu wirken. Damit es gut weitergehen kann.

Schuld und Schuldgefühle sind nicht das Gleiche

Wenn wir betrogen werden oder verraten, dann sind wir ganz schnell dabei, den anderen für schuldig zu erklären, da er uns Schmerz zugefügt hat. Oder uns selbst. Doch weder eine Schuldzuweisung noch ein Schuldgefühl sind immer identisch mit einer begangenen Schuld.

Manchmal ist es eindeutig, wer wem etwas zuleide getan hat. Doch manchmal tragen auch beide Partner einen Teil der Verantwortung, dass es zu dieser Situation gekommen ist.

Manche Menschen empfinden kein Schuldgefühl, obwohl sie jemanden verletzt haben. Und umgekehrt gibt es immer wieder Menschen, die Schuldgefühle fühlen, von denen sie nicht wissen, woher sie kommen. Es ist unser Gewissen, das uns dieses Schuldgefühl fühlen lässt. Wenn wir uns unschuldig fühlen haben wir ein gutes Gewissen, wenn wir uns schuldig fühlen haben wir ein schlechtes Gewissen.

Unser persönliches Gewissen reguliert unser menschliches Miteinander. Wenn wir es nicht hätten, könnten wir nicht in einer Gruppe zusammenleben. Dann würde immer der Stärkere dem Schwächeren etwas wegnehmen, ihn bekämpfen oder ihn gar töten. Ein friedliches Miteinander wäre dann nicht möglich. Wir Menschen, die wir Gruppenwesen sind, brauchen das Gewissen für das Miteinanderleben in der Gruppe.

Nun werden viele schlimme Taten mit gutem Gewissen getan, wie wir in den Kriegen sehen können. Und vieles Gute tun wir mit schlechtem Gewissen. Ist es zum Beispiel unseren Eltern sehr schlecht ergangen, dann haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir es uns einfach gut gehen lassen. Wir brauchen die innere Erlaubnis dafür, das Leben genießen zu können.

Deshalb schau genau

Deshalb schau genau: Bist du wirklich schuldig geworden? Hast du etwas falsch gemacht, den anderen wissentlich oder unwissentlich verletzt? Dann macht es dich groß, wenn du für diese Verletzung die Verantwortung übernimmst. Sage: „Es tut mir leid“ und schau, was du tun kannst zur Wiedergutmachung.

Doch lass dir keine Schuldgefühle einreden. Schau, ob du wirklich die Verantwortung trägst und wenn ja, für welchen Teil. Und schau, ob du vielleicht eine Schuld fühlst für etwas, wofür du keine Verantwortung tragen kannst. Wo die Verantwortung beim Anderen oder den Anderen liegt.

Hat dich jemand verletzt, dann rede die Situation nicht schön. Oder entschuldige das Verhalten nicht mit logischen Erklärungen: „Sie konnte ja nicht anders, bei ihrer Familiengeschichte.“ Oder: “Er ist ebenso, das hat er schon immer so gemacht, er hat auch sein Päckchen zu tragen…“ Mute ihm zu, dass er die Verantwortung trägt für das, was er getan hat!

Manche Ereignisse sind schicksalhaft. Sie wurden von größeren Kräften gelenkt. Wir können uns ihnen nicht entziehen. Dann können wir nur unseren Weg weitergehen, auch wenn wir zuerst nicht wissen, wohin er führen wird.

Wenn du mehr zum Thema Schicksal lesen möchtest, dann lies im Artikel „Vertrauen in das Leben“ den Abschnitt „Unberechenbares Schicksal“ und die Aufstellung zum Schicksal. Nicht alles liegt immer in unserer Hand.

Falls dich Schuldgefühle oder Schuldzuweisungen über längere Zeit bedrücken oder du mit einem Menschen nicht in Frieden kommen kannst, dann ist eine Familienaufstellung ein sehr heilsamer Schritt. Hier findest du die Termine für die Aufstellungsseminare und kannst dich hier auch für ein Seminar anmelden.

Vertrauen in andere Menschen ist immer ein Vorschussvertrauen

Vertrauen in andere Menschen ist immer ein Vorschussvertrauen. Eine innere Entscheidung. Mal treffen wir sie bewusst, meist jedoch unbewusst. Sie beinhaltet immer ein Risiko. Ein Vorschussvertrauen heißt, unser Herz und unseren „inneren Garten“ denen zu öffnen, von denen wir glauben, dass sie unsere inneren Blumen nicht zertrampeln und unseren Garten achten.

Es heißt aber auch, den „inneren Garten“ des Anderen zu achten und fürsorglich mit seinen inneren Blumen zu sein. Dann kann ein selbstbestimmtes Miteinander entstehen, das von gegenseitigem Verständnis und Mitgefühl getragen ist.

Auch wenn du verletzt worden bist, auch wenn du schmerzhafte Erfahrungen machen musstet: Gib immer wieder einem anderen Menschen ein Vorschussvertrauen. Es ist eine Hinwendung, ein inneres Öffnen, ein inneres „Ja“ zu deiner Fähigkeit zu heilen und mit einem anderen Menschen in vertrauensvolle Beziehung zu gehen. Denn es ist ein tiefes Bedürfnis unserer Seele: Sie möchte vertrauen können und lieben dürfen.

Vertrauen in dich selbst

Wenn du dir selbst vertrauen kannst ist das eine wunderbare Grundlage, trotz erlebter Verletzungen noch einmal neu auf den Anderen zu schauen. Denn dann kennst du deine Gefühle und Reaktionsmuster, kennst deine Handlungsmöglichkeiten und hast ein gutes Gefühl, wo Vorsicht wichtig ist und wo du vertrauen kannst. Du hast ein sicheres Selbstbild und ein gutes Selbstwertgefühl.

Wenn du dir mehr Selbstvertrauen wünschst, dann klicke hier, ich sende dir dann sofort kostenlos die kurze Übersicht „Kraftquellen für mehr Selbstvertrauen“ zu.

Wir brauchen andere Menschen, um zugewandt leben zu können. Meide ganz klar Menschen, die dich und andere abwerten und nicht achten. Umgib dich mit wohlwollenden Menschen, die dich wertschätzen.

Ich wünsche dir immer wieder wunderbare Momente des Vertrauens. In das Leben, in andere Menschen, in dich selbst und ganz besonders in deine Fähigkeit zu heilen. Um innerlich frei deinen dir ganz eigenen Weg zu gehen.

Alles Liebe für dich.
Renate

 

 


Impressum:
Text: Dr. Renate Wirth
Foto: pixabay.com

www.aufstellungstage.de
www.renate-wirth.de
renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

Dein Grundvertrauen. Wie du endlich ankommen kannst und deinen Platz findest.

Dein Grundvertrauen. Wie du endlich ankommen kannst und deinen Platz findest.

Brunnen am Benediktushof Holzkirchen

Ankommen können

Gehen wir davon aus, dass es weder vor der Geburt noch während der Geburt noch in den ersten drei Lebensjahren einschränkende Traumata gab. Dann kann das Kind in seiner Seele vertrauensvoll bei der Mutter ankommen. Es fühlt sich willkommen, behütet und beschützt. Das ist wunderbar und ein großer Segen.

Ankommen können, sich gewollt, geliebt und angenommen fühlen ist ein Urwunsch von uns allen.

Nicht immer sind die Bedingungen für den Start ins Leben günstig. Schon vor der Geburt kann eine schwierige Beziehung und Lebenssituation der Eltern die Vorfreude auf das Kind trüben oder gar verhindern. Dann wird das Ankommen nicht freudevoll erlebt.

Oft höre ich den Satz „Ich war nicht gewollt.“ Das ist ein Satz, der Schmerzen und Narben in der Seele hinterlässt. Denn wir brauchen das Gefühl, in der Welt willkommen zu sein, um ein Grundvertrauen entwickeln zu können.

Wir Menschen brauchen als Neugeborene unbedingt andere Menschen. Wir können allein nicht überleben. Wir haben von Geburt an das innige Bedürfnis, enge intensive Gefühlsbeziehungen zu anderen Menschen herzustellen, um ein Grundvertrauen in die Welt zu entwickeln. Um uns geschützt und geborgen zu fühlen.

Vorsicht ist von Natur aus sinnvoll

Oft ist unsere Möglichkeit zu vertrauen von Kindheit an eingeschränkt oder geht uns im Laufe des Lebens verloren. Verletzungen, Enttäuschungen, Schicksalsschläge und Traumata in unserer Herkunftsfamilie und in unserem eigenen Leben haben unseren Glauben an das Leben verletzt. Wir haben eine Vorsicht entwickelt, die uns in schwierigen Lebenssituationen geholfen hat, uns zu orientieren und zu überleben.

Das Leben ist ständiger Wandel. Nichts bleibt wie es ist, wirklich gar nichts. Vorsicht und Umsicht sind deshalb wichtig für unser Überleben. Auch das fehlende Grundvertrauen und das Misstrauen sind ein Überlebensschutz und von Natur aus sinnvoll, sie schränken jedoch unser Leben stark ein.

Wir brauchen Inseln der Sicherheit und Geborgenheit, um nicht in Dauerspannung immer auf der Hut und auf der Suche nach einem sicheren Platz zu sein. Wir brauchen das Gefühl, dazuzugehören, angenommen zu sein, willkommen zu sein. Wir brauchen ein Grundvertrauen in diese Welt, aus dem heraus wir leben und wirken können.

Grundvertrauen heißt: Ich bin in der Welt willkommen

Wenn ein Kind von den Eltern gewünscht und gewollt ist und sich die Eltern und die dazugehörige Familie auf das Kind freut, dann ist eine gute Grundlage für ein Grundvertrauen gelegt. Sind die Bedingungen so gesegnet, dass die Mutter das Kind dann in ihrer tiefen Seele annehmen kann, dann ist eine wunderbare Basis für das Kind geschaffen.

Das Kind erfährt von Beginn seines Lebens an: Ich bin in der Welt willkommen.
In der Seele, im Zellbewusstsein und im Gehirn wird die Erfahrung abgespeichert, geborgen und sicher zu sein. Das ist ein großer Segen.

Doch immer wieder kommen Teilnehmer ins Seminar mit dem Anliegen, nicht wirklich ankommen zu können. Eine Familienaufstellung zeigt die Dynamiken, die in der Lebenssituation der Eltern wirken.

Wohin schaut der Vater? Wohin schaut die Mutter? Schauen die Eltern in ihrer Seele auf ihr Kind? Oder schauen sie auf ihre Herkunftsfamilien, auf verlorene Geschwister oder frühere Partner? Sehen sie das Kind überhaupt? Und wo ist der gute Platz für das Kind?

Ist es denn möglich, dieses innere Willkommen noch nachzuholen, wenn es damals nicht möglich war? So seltsam es klingen mag: Ja es ist möglich. Denn im tiefsten Inneren ist die Seele auf Heilung ausgerichtet. Sie möchte lieben dürfen und zugewandt sein.

Eine Teilnehmerin schreibt:

„Das Gefühl mich nicht anlehnen zu können und gleichzeitig viel Verantwortung für Andere zu tragen stand bei meiner Aufstellung im Mittelpunkt. Die Aufstellung zeigte, dass sowohl meine Mutter als auch mein Vater auf verstorbenen Familienmitgliedern schauten und mich nicht sehen konnten.

Meine Mutter war sehr mit ihrem ersten Kind verbunden, das sie in der Schwangerschaft verloren hatte und konnte nicht zu mir aufblicken.

Erst nachdem meine Mutter von ihrem verlorenen Kind Abschied nehmen konnte war es möglich, dass sie mich anschauen konnte. Über die Augen sind wir uns dann im tiefsten Inneren begegnet. Ihr Blick fiel direkt in mein Herz. Es tat so weh und war gleichzeitig so erlösend, endlich gesehen zu werden und ankommen zu können.

Und dieses Gefühl, einfach in ihren Armen liegen zu können und gehalten zu werden, das kann ich jetzt noch fühlen. Wie mein ganzer Körper weich wurde und ich einfach nur da sein durfte. Gewollt und gehalten.

Nach der Aufstellung hat es ein bisschen gedauert. Doch jetzt ist es viel schöner geworden zwischen uns. Und selbst in meiner jetzigen Familie hat sich die Aufstellung ausgewirkt. Ich bin viel mehr da. Und entspannter. Einfach ganz da.“

In einer Familienaufstellung zeigen sich die Dynamiken und Traumata, die bisher im Verborgenen gewirkt haben. Und erst wenn sie sich zeigen, können sie gelöst werden.

Dann wird aus Abneigung, Desinteresse, Gefühlsmangel, Angst und Unverständnis endlich ein sich gegenseitig Sehen können. Wenn das geschehen kann, dann verändert sich das Leben wesentlich. Dann können wir endlich da sein. Willkommen in dieser Welt.

Grundvertrauen heißt: Auf dieser Welt gibt es einen Platz für mich

Wenn wir die Familie aufstellen sehen wir oft, dass der Klient oder die Klientin zwar alle Familienmitglieder recht sicher an einen Platz im Raum stellen kann, aber keinen Platz für sich selbst findet.

Trotz Ausprobierens findet er keinen Platz, an dem er sich sicher fühlt. Das ist tragisch und schmerzhaft.

Es kann vielerlei Ursachen haben, wenn wir unseren Platz nicht finden. Manchmal ist es ein verlorenes Geschwisterkind, das früh verstorben ist oder durch eine Fehlgeburt oder eine Abtreibung nicht geboren wurde. Dann geschieht es, dass wir am falschen Platz in der Geschwisterreihe stehen. Das fühlt sich dann immer falsch an.

Auch wenn wir unbewusst der Mutter den Partner oder dem Vater die Partnerin ersetzen fühlt sich das falsch an. Das geschieht z.B., wenn einer der Eltern eine vorige Liebe verloren hat oder nach einer Trennung einer der Eltern den verlorenen Partner schmerzlich vermisst.

Auch wenn einer der Eltern dem anderen böse ist und unversöhnlich grollt kann das Kind unwissentlich den fehlenden Elternteil ersetzen. Das ist nicht nur eine Überforderung, sondern das Kind wird immer das Gefühl haben, nicht am rechten Platz zu sein.

Eine Teilnehmerin schreibt:

„Immer hatte ich das Gefühl, nicht zu wissen wohin ich gehöre. Als wäre ich aus Versehen in meine Familie hinein geboren wurden. Als wäre ich einfach in der falschen Familie gelandet. Ich habe mich nicht dazugehörig gefühlt. Und wirklich vertrauen, das war schwer. Eigentlich, wenn ich so zurück denke, war es gar nicht wirklich möglich.

In einer Aufstellung habe ich dann meine ganze Familie aufgestellt. Vater, Mutter, meine 3 Geschwister und mich. Erstaunt war ich, dass ich auch noch die ehemalige Verlobte meines Vaters auswählen sollte, mit der mein Vater vor meiner Mutter mehrere Jahre verlobt war.

Und dann geschah etwas für mich vollkommen faszinierendes: Als wir uns alle frei bewegen konnten stellten sich meine Geschwister zusammen, doch ich ging schnurstracks zur Verlobten meines Vaters an ihre Hand. So stand ich neben ihr, als wäre sie meine Mutter.

Mein Vater schaute weg weit in die Ferne. Es war, als wenn er niemanden von uns sieht.Er schaute wohl auf seine Erlebnisse im Krieg. Vielleicht auch in der Ferne auf seine Eltern, die unerreichbar waren. Ich hatte das Gefühl, als wäre er gar nicht wirklich da.

Meine Mutter schaute auf meinen Vater. Sie konnte uns Kinder dabei nicht sehen. Mich jedenfalls nicht, denn ich stand abseits an der Hand der Verlobten meines Vaters.

Dann sollte ich zu dieser Verlobten sagen: „Du bist nicht meine Mutter. Das da (ich zeigte auf meine Mutter) ist meine Mutter.“ Erstaunt lies die Verlobte meine Hand los. Meine Mutter schaute mich an und ich ging weinend zu ihr. Sie nahm mich in ihre Arme und hielt mich lange. Ich konnte kaum aufhören zu weinen. Endlich gehörte ich dazu.

Am Ende standen wir 4 Geschwister nebeneinander und die Eltern uns gegenüber. Zum ersten mal hatte ich das Gefühl, am richtigen Platz zu sein.

Es war kein glückliches Gefühl. Aber ich war so erleichtert. Es war eine große Last von mir gefallen.“

Viele Male habe ich in Aufstellungen gesehen, dass es möglich ist, auch jetzt noch den guten Platz in der Herkunftsfamilie zu finden und einzunehmen. Denn eine Familienaufstellung schenkt die Möglichkeit, dass der eigentliche gute Platz in der Herkunftsfamilie endlich sein darf.

Grundvertrauen heißt: Ich kann einfach da sein

Manchmal haben wir das Gefühl, nur dann anerkannt und gesehen zu werden, wenn wir viel oder etwas Besonderes leisten. Das ist nicht nur anstrengend, sondern erschöpft auf Dauer.

Es ermöglicht weder ein vertrauensvolles Grundgefühl noch ein gutes Selbstvertrauen. Denn immer steht der Zweifel im Raum. Ob das, was wir leisten auch genug ist und den Anforderungen der Anderen genügt?

Die Ursachen sind in den Familien sehr verscheiden. Oft liegen Kriegstraumata der Eltern oder Großeltern, Verlusttraumata, Flucht , Vertreibung oder Gewalterfahrungen zugrunde. Dann können die Eltern im tiefen Inneren einfach nicht auf das Kind schauen. Und das Kind hat dann das Gefühl, nur gesehen zu werden, wenn es etwas ganz Besonderes leistet.

Eine Familienaufstellung zeigt diese Ursachen auf und ermöglicht heilsame Lösungen.
Dann können wir darauf vertrauen können, dass es gut und genug ist, einfach da zu sein. Mit allem, was wir mitgebracht haben auf diese Welt. Mit unseren Talenten und Gaben, mit unserem ganz ureigenen Wesen. Dass wir so einfach da sein dürfen wie wir sind.

Verstrickungen und Traumata deiner Familiengeschichte lösen

Wenn du schon vieles ausprobiert hast und dich dennoch immer wieder belastende Gefühle bedrücken oder einengende Muster einschränken, dann ist es ein guter Weg, eine Familienaufstellung zu machen.

Mach eine Familienaufstellung, damit sich verborgene Dynamiken zeigen und lösen können, die dein Denken bisher nicht erfassen konnte. Dann wirst du frei für neue Schritte. Und die Fähigkeit, ein Risiko einzugehen und neu zu vertrauen entsteht dann viel, viel leichter.

Falls du dir noch nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung für dich der passende Weg ist, dann klicke hole dir kostenlos das E-Book „7 Beweggründe für eine Familienaufstellung“.

Eine große Chance der Familienaufstellung ist es, den in den ersten Lebenszeit geprägte Bindung noch nachträglich zu verändern. Dass das möglich ist sehe ich immer und immer wieder.

Wenn sich durch eine Familienaufstellung in der Mutter-Kind- Beziehung etwas zu Guten vollzieht, dann kann sich auch noch nach vielen Jahren innerer Anspannung und Ablehnung noch ein freundliches, entspanntes und auch liebevolles, manchmal sogar ein inniges Verhältnis zur Mutter entwickeln.

Bist du dann doch gewollt?

So seltsam es klingt, denn die Geburt liegt ja nun schon Jahrzehnte zurück: es wird oft noch nach so vielen Jahren möglich, dass die Eltern in der Aufstellung liebevoll auf das Kind schauen können. Die Aufstellung wirkt in einer Dimension, in der Zeit und Raum aufgehoben sind.

Das kann jeder anzweifeln. Es klingt ja auch wirklich seltsam. Aber was zählt ist das Leben nach der Aufstellung. Was hat sich dann verändert? Kannst du deiner Mutter in die Augen schauen? Kann deine Mutter dich sehen? Ist es leichter oder gar leicht geworden zwischen euch?

Und hast du das Gefühl, angekommen zu sein? In deiner Familie? Vielleicht auch im Beruf? Oder in deiner Partnerschaft? Probier es einfach aus. Du kannst nur deine eigenen Erfahrungen machen. Nur das zählt.

Was kannst du noch tun, um ein Grundvertrauen neu zu entwickeln?

Schau, ob du nicht doch schon so ein grundlegendes Vertrauen hat, was dir ganz selbstverständlich ist, z.B. in die Rhythmen des Natur.

Wenn du nicht gerade nördlich des nördlichen Wendekreis wohnst, so wirst du sicher darauf vertrauen, dass am Morgen die Sonne aufgeht, dass nach dem Winter der Frühling kommt, dass die kahlen Bäume im Frühling wieder Blätter bekommen, dass nach dem Regen wieder sonnige Zeiten kommen. Und du kannst darauf vertrauen, dass dein nächster Atemzug kommt und dass dein Herz von allein schlägt.

Du kannst deinen eigenen Gefühlen neu vertrauen lernen. Du kannst neue Erfahrungen zulassen, auf Schuldzuweisungen und Groll verzichten, die Verantwortung für dich selbst übernehmen.

Du kannst schauen, wie du dein Selbstvertrauen entwickeln kannst. Selbstvertrauen schafft ein Grundvertrauen. Wenn du etwas tun möchtest für dein Selbstvertrauen, dann hole dir hier kostenlos die pdf „Kraftquellen für mehr Selbstvertrauen“. Klicke einfach hier, ich sende dir dann sofort die Anleitung zu.

Zweimal im Jahr leite ich ein Themenseminar Vertrauen am Benediktushof in Holzkirchen. Der Benediktushof ist ein ganz besonderer Ort der Stille. Im Seminar arbeiten wir mit Familien- und Traumaaufstellungen, Körperarbeit, Gespräch und Meditation. Das Sitzen in der Stille unterstützt uns, uns zu zentrieren und aus unserer inneren Mitte heraus zu handeln.


Oder mach eine Familienaufstellung und komm in ein Aufstellungsseminar. Wenn du nicht sicher bist, ob für dich eine Familienaufstellung der nächste gute Schritt ist, dann klicke hier, ich sende dir dann sofort kostenlos das E-Book „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“ zu.

Ich wünsche dir immer wieder wunderbare Momente des Vertrauens. In das Leben, in andere Menschen, in größere Kräfte und ganz und vor allem in dich selbst. Und das Gefühl, gewollt und gewünscht, am richtigen Platz und willkommen zu sein.

Herzlichst
Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

www.aufstellungstage.de
www.renate-wirth.de
renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

Vertrauen in das Leben. Wie es dir möglich wird, trotz Schicksal in das Leben zu vertrauen

Vertrauen in das Leben. Wie es dir möglich wird, trotz Schicksal in das Leben zu vertrauen

hell und dunkel

Eine große Sehnsucht

Wir haben wohl alle eine große Sehnsucht danach, uns fallenlassen zu können in eine allumfassende Geborgenheit. In dieser Welt gehalten und geborgen zu sein. Einfach sicher zu sein.

Doch wir haben viele Male genau eine gegenteilige Erfahrung gemacht. In vielen Situationen hat es immer und immer wieder an dieser Sicherheit und Geborgenheit gefehlt.

Wir haben Enttäuschungen erlebt, Schicksalsschläge, unerwartete Verluste, Abwertung und Zurückweisungen. Wie kannst du da in solch ein unbeständiges, unsicheres, sich immer wandelndes Leben vertrauen?

Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder die Hand reicht

Vertrauen in das Leben heißt für mich: Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder die Hand reicht und mir Lösungen zeigt, auch und besonders in schmerzhaften Stunden.

Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder Chancen bietet. Und ich glaube daran, dass das Leben selbst eine Chance ist: Zu heilen, zu lernen und Gutes zu tun.

Bin ich da blauäugig bei allem, was immer wieder und gerade auch jetzt in der Welt geschieht? Ist Vertrauen in das Leben nur ein Glauben? Der Glauben, dass das Leben letztendlich gut ausgeht? Nur eine Hoffnung?

Ja, es gehört auch der Glauben dazu, dass es das Leben gut mit mir meint. Aber es gehört vor allem die Erfahrung dazu, die ganz persönliche Erfahrung, dass das Leben trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen mir doch immer die nächsten guten Schritte gezeigt hat.

Dass aus allem Schmerzhaftem letztendlich auch immer etwas Gutes, Heilsames, Neues entstanden ist.

Dem Leben zu vertrauen heißt, meinem Eingebundensein in diese Welt zu vertrauen. Meinen Eltern zu vertrauen.

Darauf zu vertrauen, dass es einen Platz gibt für mich in dieser Welt, dass ich willkommen bin.

Auch wenn das Leben herausfordernd ist, auch wenn es mal seine hellen und mal seine dunklen Seiten zeigt. Zu vertrauen, dass alles zusammen gehört und es dennoch immer wieder gut weiter gehen kann.

Der Start ins Leben: Bist du willkommen und behütet in diesem Leben?

Nicht immer sind die Bedingungen für den Start ins Leben günstig. Vielleicht haben Traumata in der Herkunftsfamilie der Eltern oder selbst erlebte Traumata vor oder während der Geburt deinen Start ins Leben erschwert und dein Vertrauen in dieses Leben von vornherein eingeschränkt oder ganz und gar unmöglich gemacht.

Vielleicht wurdest du nicht freudig erwartet oder warst gleich nach der Geburt von den Eltern getrennt oder hattest medizinische Eingriffe zu erdulden. Dann bist du berechtigterweise in eine Vorsichtshaltung gegangen, hast dich in deiner Seele zurückgezogen, statt dich vertrauensvoll auf dieses neue Leben einlassen zu können.

Auch Trennungen und Traumata in den ersten Lebensjahren hinterlassen Schmerzen und Narben in der Seele. Dann entsteht statt eines vertrauensvollen Sich-einlassen-können ein Zustand ständiger innerer Vorsicht, um neuen Gefahren zu entgehen.

Dieser Zustand bewirkt eine Art Dauerstress in der Seele und eine Kompensationshaltung als innere Haltung, um diesen Stress zu ertragen und nicht ständig fühlen zu müssen.

Diese Kompensation kann ganz verschiedene Gesichter haben: Es kann eine innere Kampfansage dem Leben gegenüber sein: „Du kriegst mich nicht unter!“.

Oder ein resignierter innerer Rückzug: „Ich kann mich auf niemanden verlassen“ oder „Ich kann nur mir selbst vertrauen.“

Was du tun kannst, wenn dein Verhältnis zu deinen Eltern nicht leicht ist

Ganz besonders hilfreich ist eine Familienaufstellung, wenn das Verhältnis zwischen dir und deinen Eltern schwierig oder belastet ist. Besonders wenn es schon vom Anfang des Lebens her nicht einfach war zwischen dir und deinen Eltern und so in dir kein Grundvertrauen entstehen konnte.

Das Leben kommt nun mal von unseren Eltern, und wenn du es nicht leicht hattest mit dem vertrauensvollen Verhältnis zu deinen Eltern, dann ist es mit dem Vertrauen ins Leben auch nicht wirklich leicht.

Eine Familienaufstellung kann hier Wunder bewirken. Ich habe viele, wirklich sehr viele berührende und heilsame Aufstellungen erleben dürfen, in denen es auch noch nach Jahrzehnten zu einem vollkommen neuen Verhältnis zu den eigenen Eltern kommen konnte.


Wenn du dir wünschst, dass dein Verhältnis zu deinen Eltern sich entspannt und freundlich, liebevoll oder verständnisvoll wird, dann mach eine Familienaufstellung. Schau hier nach den Terminen für ein Seminar, du kannst dich hier auch anmelden.

Oder vereinbare einen Termin für eine Einzelsitzung oder gönne dir die Teilnahme an der Jahresgruppe zur Weiterbildung, sie ist ein Geschenk an dich selbst für dein ganzes Leben.

Unabhängig davon, ob deine Eltern noch leben oder nicht, ob du bei deinen Eltern aufgewachsen bist oder nicht, ob deine Eltern zusammen gelebt haben oder ob du deinen Vater kanntest: Eine Familienaufstellung zeigt die Dynamiken auf, die in deiner Familie auf dich wirken. Sie wird ein neues Verhältnis zu deinen Eltern ermöglichen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung der hilfreiche Schritt für dich ist, dann klicke hier, wir senden dir dann kostenlos das E-Book „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“ zu.


Plötzlich und unerwartet: Mit dem Tod konfrontiert

Doch selbst wenn der Start ins Leben günstig für dich war und du die segensreiche Erfahrung machen konntest für ein Grundvertrauen, so gibt es dennoch keine Garantie, dass dieses Vertrauen nicht im Laufe des Lebens erschüttert wird. Manchmal erleben wir plötzlich und völlig unerwartet schwierige Situationen, die das Leben an uns heran trägt.

Eine schwere existentielle Erkrankung, deren Diagnose mich bei vollkommener Gesundheit plötzlich mit der Möglichkeit des Todes konfrontiert. Plötzlich ist alles anders. Ich habe nichts gemerkt. Worauf kann ich da noch vertrauen? Nicht einmal in meinen eigenen Körper und nicht in meine eigene Wahrnehmung. Wie kam es, dass ich vorher nichts gemerkt habe?

Oder dieser Unfall eines Freundes. Kein Abschied. Gestern war er noch da, wir haben gemeinsam Tee getrunken, erzählt und gelacht. Und heute? Jetzt gibt es nie wieder eine Chance, auch nur für 5 Minuten beieinander zu sein.

Oder diese plötzliche Trennung. Der Geliebte hat eine andere Frau, und das schon seit einiger Zeit. Und ich habe nichts gemerkt. Wem kann ich hier noch vertrauen? Dem Leben? Dem Schicksal? Mir und meiner Wahrnehmung? Nicht dem Geliebten und nicht dieser Frau, die ich so gut zu kennen glaubte. Und kann das nicht immer wieder passieren?

Vorsicht ist von Natur aus sinnvoll

Ja, das kann immer wieder passieren. Nichts ist von Dauer, nichts ist sicher. Das Leben ist ständiger Wandel. Nichts bleibt wie es ist, wirklich gar nichts. Vorsicht und Umsicht sind deshalb wichtig für unser Überleben.

Auch das fehlende Vertrauen und das Misstrauen sind ein Überlebensschutz und von Natur aus sinnvoll, sie schränken jedoch unser Leben stark ein. Wir brauchen Inseln der Sicherheit und Geborgenheit, um nicht in Dauerspannung immer auf der Hut und auf der Suche nach sicheren Lebensbedingungen zu sein.

Wenn dich schwere Ereignisse getroffen haben wird es meist schwierig, an ein gutes Ende zu glauben. Wir machen dem Leben, dem Schicksal, uns selbst Vorwürfe. Und das Vertrauen ins Leben ist nicht mehr fühlbar.

Wenn ein besonderer Schicksalsschlag in deinem Leben dein Vertrauen stark auf die Probe gestellt hat oder es einfach hinweggewischt hat, dann ist eine Aufstellung wirksame Hilfe. Wenn du erkennen kannst, womit das Ereignis verbunden ist, welche Gefühle dich jetzt besonders belasten und wie du eingebunden bist in größere Zusammenhänge, dann werden Heilungsschritte möglich.


Und wenn du auch nicht sofort neu vertrauen kannst, so kannst du doch mit dem Ereignis in Frieden kommen. Diese innere Zustimmung heilt und gibt neuem Vertrauen wie einer zarten Pflanze eine Chance, da zu sein und zu wachsen. Dem Vertrauen, dass nach jedem Winter ein Frühling kommt und nach jeder Nacht ein neuer Morgen. Und dass das Leben sinnvoll weitergeht.

Zweimal im Jahr leite ich ein Themenseminar Vertrauen am Benediktushof in Holzkirchen. Der Benediktushof ist ein ganz besonderer Ort der Stille.

Im Seminar arbeiten wir mit Familien- und Traumaaufstellungen, Körperarbeit, Gespräch und Meditation. Das Sitzen in der Stille unterstützt uns, uns zu zentrieren und aus unserer inneren Mitte heraus zu handeln. Hier findest du die Termine und kannst dich hier auch anmelden.

Was du noch tun kannst

Setze dich hin und schreibe auf, was das Leben dir bisher Gutes getan hat. Nimm dafür ein großes Blatt Papier. Wenn du magst, nimm bunte Stifte und klebe Bilder dazu.

Und dann beantworte dir selbst folgende Fragen: Was habe ich vom Leben bekommen bei meiner Geburt? Welche Gaben? Was hat mir das Leben für Hilfen geschenkt in schwierigen Situationen? Welche Chancen hat mir das Leben bisher gewährt und geschenkt?

Was hat mir das Leben für Herausforderungen gestellt und wie hat es mir ermöglicht, diese Herausforderungen zu meistern? Wofür bin ich dem Leben dankbar? Was ist gut, was soll so bleiben? Und was wünsche ich mir noch vom Leben?

Und schreibe auch dazu, was du bereit bist dem Leben (als Gegenleistung) zu geben für alles Gute, was es dir geschenkt hat. (Dankbarkeit, deine Zeit, Liebe, Freude, Bereitwilligkeit, Vertrauen, Kraft, Zuversicht…)

Vertrauen in größere Kräfte

Wenn es dir gegeben ist, in größere Kräfte zu vertrauen, so wird es mit dem Vertrauen in das unbeständige Leben leichter. Vertrauen in eine größere Kraft ist der Glaube an eine wohlwollende, liebevolle Kraft, die uns begleitet. Für Kinder ist die Existenz von Kräften, die nicht sichtbar sind, aber dennoch da sind, noch vollkommen normal.

Als unsere damals dreijährige Freundin Luka bei uns zu Besuch war, saß sie im Garten gedankenverloren im Gras und strich mit ihren kleinen Fingern immer wieder durch das weiche Gras. Als ich sie fragte, ob sie denn nachdenke, antwortete sie: „Nein, ich kämme Mutter Erde die Haare.“ Es war nichts Verwunderliches daran.

Im Laufe des Lebens gelangt diese Überzeugung jedoch immer mehr in Vergessenheit. Wie es möglich wird, größeren Kräften neu zu vertrauen weiß ich nicht. Vielleicht ist es Gnade, vielleicht eine innere Öffnung in besonderen Lebenssituationen.

Manchmal erfahren wir die Größe und Unermesslichkeit der Schöpfung in der Verbindung mit der Natur. Im Römerbrief lesen wir: Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können (Römer 1,20 Hfa).

Es gibt im Leben eines Menschen manchmal plötzlich einen Moment, in dem er mit unumstößlicher Sicherheit weiß, dass es größere Kräfte gibt, die außerhalb seiner eigenen Möglichkeiten wirken. Und manchmal sind es gerade die sehr schweren Lebenssituationen, die uns diese Einsichten schenken.

Nicht nur in einer Kathedrale, auch an ganz unerwarteten Orten und Situationen kann uns die Gewissheit begegnen, behütet und getragen zu sein.

Wir Menschen haben verschiedene Namen für diese Kräfte, die jenseits von Raum und Zeit wirken. Wir nennen sie unter anderem Gott, Jesus, Maria, Schutzengel, Lichtwesen, Ahnen, Schicksal, Leere, Gottheit, das große Ganze ….

Wer größeren Kräften vertraut, macht die Erfahrung: Ich bin eingebunden in einen größeren Zusammenhang, der über mich hinausweist. Er geht über mein eigenes SEIN hinaus.

In diesem Eingebundensein bin ich sicher, gewollt, geliebt und beschützt. Ich erfahre die Qualitäten von Stille, Reinheit, Heilung, Schönheit, Liebe. Ich darf einfach da sein.

Ein Angebot zum Ausprobieren

Vertrauen in größere Kräfte heißt hier: Es gibt Kräfte, die über mich hinausweisen und die mir wohlgesonnen sind. Kräfte der Liebe, des Schutzes, des Mitgefühls und der Heilung. Du kannst ausprobieren, dir vorzustellen, dass auch du beschützt bist.

Setze dich entspannt an einen bequemen Platz und schließe die Augen. Stelle dir eine Kraft vor, die dich genau so annimmt wie du bist. Vielleicht entsteht in dir ein Name für diese Kraft. Stelle dir vor, dass sie dich behütend und liebevoll beschützt. Und dann entspanne dich in diesen Schutz hinein.

Ruhe einfach aus, fühle den tiefen Frieden, der von dieser Liebe ausgeht und dich weich umfängt. Lass für kurze Zeit die Fragen. Es ist gerade nicht wichtig, dass du verstehst. Wenn es genug ist, öffne langsam wieder die Augen.

Wenn du noch kein Vertrauen fühlst, dann tu so „als ob“. Dieses „Tun als ob“ ist das Tor, durch dass die Zuversicht kommen kann. Und falls das alles nichts für dich ist, dann mach dir da nichts draus. Lass es einfach sein. Auch gut. Manchmal geschehen die Wunder gerade dann, wenn wir sie weder wollen noch erwarten.

Die Zweifel kommen mit Sicherheit

Ja, die Zweifel kommen mit Sicherheit, sie gehören zum Vertrauen dazu. Schicke sie nicht weg, denn sie kommen wieder, schneller als du denkst.

Das Yoga Rahasja, eine Form des Yoga, schreibt u.a. zum Umgang mit dem Zweifel:
Sprich folgenden Satz aus oder denke ihn: „Eine größere Kraft wird mich beschützen.“ Dann schau auf den Zweifel, schau ihn still an, sieh ihn dir gegenüberstehen und schau genau hin, und dann richte dich wieder aus auf deinen Satz: „Eine größere Kraft wird mich beschützen.“

Tue das immer wieder, wenn der Zweifel kommt. Wenn der Zweifel kommt, schau ihn an, aber dann geh weiter deinen Weg. Lass die größere Kraft und ihren Schutz immer mehr in dich hinein, damit sie in dir wirken kann. Ohne zu wissen wie.

Wunderbare Momente des Vertrauens

Vertrauen in das Leben ist ein Weg. Manchmal gelingt er ganz leicht, da gibt es keinen Zweifel mehr. Ein andermal braucht es schon eine besondere innere Ausrichtung, um das Vertrauen nicht zu verlieren. Aber immer wieder kann ich in den Aufstellungen sehen: Unsere Seele will lieben dürfen. Sie will vertrauen können und sich dem Leben öffnen. Das ist ihr eigentliches Wesen.

So wünsche ich dir immer wieder wunderbare Momente des Vertrauens. In das Leben, in andere Menschen, in größere Kräfte und in dich selbst.

Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

www.aufstellungstage.de
www.renate-wirth.de
renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.
Familienaufstellungen. Mehr innere Freiheit

Trotz schmerzhafter Erfahrungen dem Wandel vertrauen.

Trotz schmerzhafter Erfahrungen dem Wandel vertrauen.

Trotz schmerzhafter Erfahrungen dem Wandel vertrauen.

Alles, wirklich alles in diesem Universum befindet sich in einer ständigen Wandlung. Nichts bleibt, wie es ist, wirklich nichts. Bei den Jahreszeiten stimmen wir dem Wandel zu. Doch bei uns selbst wünschen wir den Wandel meist nur, wenn sich etwas zum Guten wandeln soll. Das ist natürlich und vollkommen verständlich. Wer kann schon mitten im Glück dem Wandel zustimmen?

Doch alles in diesem ständigen Wandlungsprozess von Ewigkeit zu Ewigkeit wandelt sich nach eigenen Rhythmen, die auf unsere Wünsche kaum Rücksicht nehmen: die Evolution, Mutter Erde, die Erkenntnisse, das Wetter, die Gezeiten. Das einzig Beständige ist der Wandel, formuliert Heraklit.

Und wo ist dann die so wichtige Sicherheit? Wem können wir im Leben vertrauen? Nur dem Wandlungsprozess?

Wir können als Menschen an diesem Wandlungsprozess teilhaben. Ihm zustimmen, ihm vertrauen. Und unserer Fähigkeit, auch uns selbst zu wandeln. Zu mehr Freude, mehr Liebe, mehr Dankbarkeit, mehr innerer Freiheit.

Denn wenn sich alles wandelt, dann haben auch wir die Fähigkeit, uns selbst und unsere Lebenssituation zu wandeln. Das ist ein wunderbares Geschenk des Lebens.

Gibt es etwas in deinem Leben, für das du dir schon lange sehnlichst Wandlung wünschst? Das du bisher nicht ändern konntest? Schau, ob eventuell etwas aus deiner Familiengeschichte dich daran hindert, dass sich dieser Wandel vollziehen kann. Denn verborgene Dynamiken und Traumata aus der Herkunftsfamilie können das eigene Leben stark einschränken.

Das muss nicht so bleiben. Denn wenn sich schon alles immerzu wandelt, dann kann es sich auch zum Guten wandeln. Hier findest du alle Termine für die Familienstellenseminare und kannst dich hier auch anmelden. Sei herzlich willkommen.

Alles Gute für dich.
Renate

 

 


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Text und Foto: Dr. Renate Wirth

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renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

Vertrauen in andere Menschen. Woher es kommt und wie du es stärken kannst

Vertrauen in andere Menschen. Woher es kommt und wie du es stärken kannst

Die 13 Feen an der Wiege deiner finanziellen Freiheit

Vertrauensvolle Beziehungen sind für das körperlich-emotionale und seelische Wohlergehen von jedem Menschen unabdingbar. Wir sind als Menschen von jeher Gruppenwesen. Vertrauensvolle Beziehungen sind ausschlaggebend für unser Selbstwertgefühl und unsere Orientierung in der Welt.

Wir brauchen als Neugeborene unbedingt andere Menschen und können allein nicht überleben. Von Geburt an haben wir das innige Bedürfnis, enge intensive Gefühlsbeziehungen zu anderen Menschen herzustellen. Denn wir brauchen diese engen emotionalen Beziehungen, um uns geschützt und geborgen zu fühlen. Um ein Grundvertrauen in die Welt, in andere Menschen und in uns selbst zu entwickeln.

Wir benötigen vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Menschen für die Befriedigung unseres Bedürfnisses nach Bindung und Nähe, nach Austausch, Zugehörigkeit, Hingabe und Liebe.

Ein vertrauensvoller Start ins Leben

Sind die Bedingungen für den Start in unser Leben gut, entwickelt sich von Beginn unseres Erdendaseins ein Grundvertrauen. Ein Grundvertrauen im Menschen entsteht sehr früh, oft schon vor der Geburt. Hier geht es ganz besonders um die Mutter-Kind-Beziehung und die Mutter-Kind-Bindung, um die Erfüllung der physischen Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlaf, Wärme…) und die Möglichkeit, bei Kummer und Schmerz getröstet zu werden.

Ein Mensch, der sich am richtigen Platz und sich sicher fühlt in seiner Familie, der muss nicht ständig auf der Hut sein, um Gefahren und Nähe auszuweichen. Er kann sich selbst und seinen eigenen Handlungen und Gefühlen und denen anderer Menschen vertrauen. In der Seele, im Zellbewusstsein und im Gehirn wird die Erfahrung abgespeichert, geborgen und sicher zu sein. Das ist ein großer Segen.

Wenn der Start ins Leben nicht so einfach war

Doch nicht immer sind die Bedingungen für den Start ins Leben so günstig. Traumata in der Herkunftsfamilie der Eltern, selbst erlebte Traumata vor oder während der Geburt können den Start ins Leben erschweren und ein Grundvertrauen von vornherein unmöglich machen. Auch Trennungen und Traumata in den ersten 3 Lebensjahren hinterlassen Schmerzen und Narben in der Seele. Dann entsteht statt eines vertrauensvollen Sich einlassen können ein Zustand ständiger innerer Vorsicht, um neuen Gefahren zu entgehen.

Vorsicht ist von Natur aus sinnvoll

Vorsicht und Umsicht sind von Natur aus sinnvoll und wichtig für unser Überleben. Denn das Leben ist ständiger Wandel. Nichts bleibt wie es ist, wirklich gar nichts. Nicht nur die Lebensbedingungen, auch die Menschen um uns herum ändern sich unentwegt. Vorsicht ist deshalb ein wichtiger Überlebensschutz. Erst einmal zu schauen, ob wir bei dem Menschen uns gegenüber sicher sind war immer und ist auch jetzt noch überlebenswichtig.

Wir brauchen jedoch unbedingt Inseln der Sicherheit und Geborgenheit, Menschen denen wir vertrauen können, um nicht in Dauerspannung immer auf der Hut und auf der Suche nach einem sicheren Platz zu sein. Denn wenn die Vorsicht und das Misstrauen überwiegen schränken sie unser Leben stark ein.

Kein Mensch ist hundertprozentig vertrauenswürdig

Kein Mensch ist hundertprozentig vertrauenswürdig. Auch du nicht und auch ich nicht. Es geht nicht, das liegt in der Natur des Lebens an sich. Leben ist unablässig Veränderung. Und im Miteinander mit anderen Menschen werden wir irgendwann auch enttäuscht werden, getäuscht werden, uns verraten fühlen und diesem Menschen dann nicht mehr vertrauen können. Auch wir werden andere Menschen verletzen, meist ungewollt, es bleibt nicht aus. Unser Leben ist ein ewiges Lernen. Versuch und Irrtum schließen auch Fehler mit ein.

Vertrauen in andere Menschen ist immer ein Vorschussvertrauen

Vertrauen in andere Menschen ist deshalb immer ein Vorschussvertrauen. Eine innere Entscheidung. Mal treffen wir sie bewusst, meist jedoch unbewusst. Sie beinhaltet immer ein Risiko. Ein Vorschussvertrauen heißt, unser Herz und unseren „inneren Garten“ denen öffnen, von denen wir glauben, dass sie unsere inneren Blumen nicht zertrampeln und unseren Garten achten.

Auch wenn du verletzt worden bist, auch wenn du schmerzende Erfahrungen machen musstet: Gib immer wieder einem anderen Menschen ein Vorschussvertrauen. Es ist eine Hinwendung, ein inneres Öffnen, ein inneres „Ja“ zu deiner Fähigkeit, mit einem anderen Menschen in vertrauensvolle Beziehung zu gehen. Denn es ist die tiefste Bewegung unserer Seele: Sie möchte vertrauen können und lieben dürfen.

Es gibt nur zwei Bewegungsformen in unserem Inneren

Es gibt nur zwei Formen der Bewegung unserer Seele in unserem tiefsten Inneren: Eine Hinbewegung und eine Wegbewegung. Die Hinbewegung bezeichnen wir als Liebe. Wir möchten jemandem nahe sein. Die Wegbewegung entsteht aus Angst. Wir fürchten uns und wollen Abstand, wollen weg, wollen in Sicherheit kommen.

Der dritte Zustand, der weder eine Hinbewegung noch eine Wegbewegung zulässt, ist die Starre. Bewegungslos stehen wir mit angespannter Muskulatur und angehaltenem Atem, wenn es weder die Möglichkeit einer Hinbewegung noch einer Wegbewegung gibt. Schwere Traumata ermöglichen nicht, uns hin- oder wegzubewegen. Sie hinterlassen in der Seele eine Bewegungsunfähigkeit der Starre.

Fehlendes Vertrauen und Traumata

Besonders bei Bindungstraumata, wie Trennungen (z.B. Krankenhaus, kleine Kinder zur Kur ohne Mutter), bei Verlusttraumata (z.B. Tod eines Familienangehörigen), bei Existenztraumata (z.B. Operationen, Gewalt, Krieg) wird unsere Fähigkeit zu vertrauen tief verletzt. Aber auch schlechte Erfahrungen durch Bezugspersonen, z.B. durch Abwertung, können das Vertrauen des Kindes tief erschüttern.

Wenn die Verletzungen nicht lebensbedrohlich sind können wir daraus lernen. Doch wenn sie unser Verarbeitungs- und Heilungspotential übersteigen, entstehen bleibende, in den Körperzellen und im Gehirn abgespeicherte Verletzungen unserer Fähigkeit, anderen Menschen zu vertrauen.

Wenn es dir immer wieder schwer fällt, in andere Menschen zu vertrauen, dann gönne dir die Teilnahme an der Jahresgruppe „Aufstellungen in Gruppen und im Einzelsetting“, sie ist ein Geschenk von dir an dich selbst für dein ganzes Leben.

Fehlendes Vertrauen und unsere Gefühle

Wenn das Vertrauen fehlt, zeigt sich das in sehr verschiedenen Gefühlen. Die Gefühle von Schuld, Unsicherheit, Misstrauen, Anspannung, Angst vor Berührung und Nähe, die Unfähigkeit zur Hingabe, zum Sich einlassen können, aber auch Gefühle wie Groll, Wut, Neid, Hass, Sehnsucht und Einsamkeit können Traumata zur Ursache haben.

Fast ausnahmslos sind diese Ursachen mit unserem Denken nicht wirklich zu erfassen. Sie liegen verborgen in unserer Familiengeschichte, manchmal schon in der Geschichte der Eltern und Großeltern, aber auch in unseren eigenen Kindheitserlebnissen begründet. Und oft gibt es auch nicht nur eine Ursache, sondern mehreres ist miteinander verwoben und bedingt einander.

Verstrickungen und Traumata deiner Familiengeschichte lösen

Wenn du schon vieles ausprobiert hast und dich dennoch immer wieder belastende Gefühle bedrücken oder einengende Muster dich einschränken, dann ist es ein guter Weg, eine Familienaufstellung zu machen, damit sich verborgene Dynamiken zeigen und lösen können, die dein Denken bisher nicht erfassen konnte. Dann wirst du frei für neue Schritte. Und die Fähigkeit, ein Risiko einzugehen und neu zu vertrauen entsteht dann viel, viel leichter. Hier findest du die Termine für die Aufstellungsseminare und kannst dich hier auch für ein Seminar anmelden.

Auch wenn du in der Partnerschaft einen Vertrauensbruch erlebt hast ist eine Aufstellung ein wunderbarer Schritt, um die darunterliegenden inneren Bewegungen zu erkennen, zu lösen und heilen zu können. Wenn du ganz bewusst in deinem Leben einen Verrat und Vertrauensbruch erlebt hast, dann lies hier den Artikel „Enttäuschung, Verrat und Vertrauensbruch. Was du tun kannst gegen Groll und Verbitterung.

Neue neuronale Muster im Gehirn durch eine Familienaufstellung

Wir brauchen neue vertrauensvolle Erfahrungen. Wir brauchen neue emotionale Körpererfahrungen, um Geborgenheit und Vertrauen am eigenen Leibe zu erleben.

Wir brauchen die Erfahrung, in Sicherheit im Herzen und am Leib berührt werden zu können. Wir brauchen Hilfe, dass unsere Angst abfließen kann, einen Menschen, der unseren Schmerz aushält und uns durch den Schmerz begleitet. Schritt für Schritt, bis neue neuronale Muster gebildet werden und der Körper versteht, dass die Gefahr vorbei ist, dass jetzt jetzt ist und dass er neu vertrauen kann. So entstehen neue innere Bilder, die neue neuronale Muster in unserem Gehirn ermöglichen.

Zweimal im Jahr leite ich ein Seminar zum Thema Vertrauen am Benediktushof in Holzkirchen. Der Benediktushof ist ein ganz besonderer Ort der Stille. Im Seminar arbeiten wir mit Familien- und Traumaaufstellungen, Körperarbeit, Gespräch und Meditation. Das Sitzen in der Stille unterstützt uns, uns zu zentrieren und aus unserer inneren Mitte heraus zu handeln. Hier findest du die Termine und kannst dich hier auch anmelden.

Vertrauen in dich selbst

Wenn du dir selbst vertrauen kannst ist das eine wunderbare Grundlage, anderen Menschen zu vertrauen. Denn dann kennst du deine Gefühle und Reaktionsmuster, kennst deine Handlungsmöglichkeiten und hast ein gutes Gefühl, wo Vorsicht wichtig ist und wo du vertrauen kannst. Du hast ein sicheres Selbstbild und ein gutes Selbstwertgefühl.

Ich wünsche dir immer wieder wunderbare Momente des Vertrauens. In das Leben, in andere Menschen und in dich selbst.

Herzlichst
Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

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Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
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