Kategorie: Familienaufstellungen

Im Einklang mit der großen Seele. Über die Wirkung der Aufstellungsarbeit. Ein Interview

Im Einklang mit der großen Seele. Über die Wirkung der Aufstellungsarbeit. Ein Interview

Ein Interview von Stefanie Link mit Dr. Renate Wirth

Das Phänomen der Aufstellungen

Stefanie Link:
„Die therapeutische Arbeit mit Aufstellungen hat in den letzten Jahren viele Menschen erreicht: Es gibt Systemaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Familienaufstellungen, Symptomaufstellungen, um nur einige zu nennen. Sowohl privat als auch beruflich werden Aufstellungen genutzt, um hemmende Beziehungen eines Systems erkennen und verändern zu können. Aufstellungen haben Eingang in viele Lebensbereiche und Berufsfelder gefunden und damit den Rahmen der Therapie schon längst überschritten. In Pädagogik, Politik, Medizin, Wirtschaft und in vielen anderen Gebieten werden Aufstellungen mit Erfolg eingesetzt. Wie wirken denn eigentlich diese Aufstellungen?“

Renate Wirth:
„Das Phänomen der Aufstellungen ist die sogenannte repräsentierende Wahrnehmung. Der Klient stellt Stellvertreter im Raum für die Personen auf, die an seinem Problem beteiligt sind. Diese Personen kennen den Klienten nicht, sie kennen die Personen nicht, die sie vertreten, sie sind also fremd. Das Phänomen dabei ist, dass die Stellvertreter Gefühle wahrnehmen, die nicht zu ihnen selbst, sondern zur Person gehören, für die sie stellvertretend stehen.

Wenn das jemand so sagt, stößt er im Allgemeinen auf Unverständnis und Zweifel. Vom Zweifler zum Glaubenden wird man, wenn man zum ersten Mal in einer Stellvertreterrolle gestanden hat und diese Fremdgefühle am eigenen Leib erlebt hat. Dann erfährt man plötzlich eine völlig neue Dimension der menschlichen Wahrnehmung“.

Stefanie Link:
„Ich habe selbst schon Aufstellungen miterlebt und kann das bestätigen. Weltweit haben Millionen Menschen in den letzten Jahren diese Erfahrung gemacht. Wie können fremde Menschen plötzlich stellvertretend Wahrnehmungen haben, die sie im normalen Leben nicht erfahren?“

Renate Wirth:
„Immer mehr Naturwissenschaftler gehen heute davon aus, dass es neben unserer rational zu verstehenden Welt noch eine transmentale oder transrationale Welt gibt, in der sich die Wirklichkeit unserem logischen Denken entzieht. Quantenphysiker sprechen von einem Quantenfeld, in dem alles miteinander verbunden ist und alles mit allem kommunizieren kann.

Der englische Biologe Rupert Sheldrake prägte den Begriff des „Morphischen Feldes“ und der „Morphischen Resonanz“. Morphische Felder sind genauso real wie Gravitationsfelder oder Magnetfelder, an deren Existenz heute niemand mehr zweifelt. Sie sind überall in der Natur zu finden.
Morphische Felder sind fähig, Informationen zu registrieren. Sie verfügen über eine gewisse Art von Gedächtnis und sind weitgehend unabhängig von Zeit und Raum.

Es gibt inzwischen wissenschaftliche Studien, die das Phänomen der repräsentierenden Wahrnehmung belegen. Wie dieses Phänomen jedoch wirkt, dazu wird es in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch neue Erkenntnisse geben.“

Aufstellungen wirken auf vier Ebenen

Stefanie Link:
„In einer Aufstellung können hemmende Beziehungsmuster in einem aufgestellten Berufssystem oder Familiensystem erkannt werden. Wie wirken diese Aufstellungen und wie kommt es zu einer Lösung oder Klärung des Problems?“

Renate Wirth:
„Aufstellungen wirken auf vier Ebenen. Auf der Körperebene, auf der Erkenntnisebene, auf der Gefühlsebene und auf der Seelenebene. Nun ist es ein Unterschied, ob eine Organisationsaufstellung Strukturen eines Firmenanliegens klären soll oder ein Mensch mit einer Krebserkrankung als Anliegen zur Aufstellung kommt, um nur zwei Beispiele zu nennen.

In der Organisationsaufstellung wird der Aufsteller überwiegend auf der kognitiven Ebene arbeiten, beim Anliegen der Krebserkrankung, wo es um Leben und Tod geht, überwiegend auf der Seelenebene. Das ist jetzt ein wenig plakativ gesagt, um das zu verdeutlichen. Grundsätzlich sind wir als Menschen ja nicht in verschiedene Ebenen aufzuteilen. Natürlich wirken immer alle vier Ebenen mit, aber in unterschiedlichem Ausmaß. Es ist ein Unterschied, ob es um Erkenntnis oder um Heilung geht.

Auf welcher Ebene eine Aufstellung vorrangig wirkt, ist nicht nur vom Thema, sondern vor allem von der Arbeitsweise des Aufstellers abhängig. Von seiner angewandten Methode und von seiner eigenen Persönlichkeit. Das trifft auf Organisationsaufstellungen und Familienaufstellungen gleichermaßen zu“

Familienaufstellung und Heilung im Herzen

Stefanie Link:
„Wir waren eben beim Leid. Was hat denn die Liebe damit zu tun?“

Renate Wirth:
„Nun, das haben wir ja schon alle mal im Leben erfahren. Dass Liebe und Leid in bestimmten Aspekten zusammengehören. Wenn wir das Leid nicht wollen und das Herz für denjenigen verschließen, der es uns angetan hat, dann hat auch die Liebe als zugehöriger Aspekt keine Chance. Und dieses „Liebe-zulassen-können“ im eigenen Herzen, das heilt.“

Stefanie Link:
„Es geht also darum, als erstes das Leid anzunehmen?“

Renate Wirth:
„Ja! Aber das sagt sich so einfach. Der Klient kann es nicht von allein. Gerade das ist das Problem. Wenn wir ihm sagen, er soll sein Leid annehmen und Liebe zulassen. Das kann er eben gerade nicht. Es geht einfach nicht. Wenn es ginge, hätte er es ja schon getan.

Wir als Aufsteller müssen den ersten Schritt tun. Das heißt als erstes: Wir nehmen die Situation so ins Herz, wie sie ist. Das Leid, die Täter, die Ausgeschlossenen, alle, die zum System gehören, mit allem, was passiert ist. Ich öffne allen und allem mein Herz. Ohne zu werten. Bin einfach nur da und halte es aus. So baut sich das Feld auf. Das sogenannte heilende Feld.

Und es heißt als zweites, dem Klienten die Erfahrung zu ermöglichen, dass zu seinem Leid, zu seinem Hass, seiner Angst oder Wut, seiner Suche und Verzweiflung Liebe gehört. Dass er aus Liebe leidet.

Es geht nur, wenn er diese Erfahrung selbst machen kann. Wenn er diese Erfahrung in seinem Herzen spüren kann. Als „innerer seelischer Vollzug im Herzen“, wie mein Freund und Lehrer Harald Homberger so schön sagt.

Stefanie Link:
„Können Sie an dieser Stelle nochmal kurz erklären, was ein „innerer seelischer Vollzug im Herzen“ genau bedeutet?“

Renate Wirth:
„Ja, wie geht das? Was vollzieht sich da im Herzen? Als Aufsteller kann man ja nicht im Herzen des Klienten rumrühren, damit sich etwas „innerseelisch vollzieht“. Man kann keine Lösung „machen“. Wir können nur Angebote machen, die der Klient als neue Erfahrung erlebt. Beispielsweise durch einen Blick in die Augen dessen, der ihm dieses Leid zugefügt hat. Wenn er dessen Liebe sieht, vollzieht sich vielleicht etwas in seinem Herzen. So er kann spüren, wo seine Seele hin will, was sie wirklich will.

Oder durch einen Satz. Wenn der Klient ihn als Wahrheit empfindet, kann er eine neue Erfahrung machen, die sein Herz bewegt. Oder durch ein Bild. Wenn er sieht, welchen Bewegungen und Bindungen der andere folgt und unterliegt. Wo das eigentlich herkommt, was auf ihn wirkt. Oder durch ein „Ja, so war es“. Durch ein Zustimmen also zu dem, was war. So wie es war.

Diese Erfahrungen sind im „normalen Leben“ außerhalb der Aufstellung nicht möglich. Zum Beispiel den Abschied von einem Toten zu fühlen oder von einem abgetriebenen Kind. Da vollzieht sich Heilung auf der Seelenebene. Das hat mit unserem Denken wenig zu tun. Es vollzieht sich von selbst im Herzen. Wenn wir still und achtsam sind.”

Lösungen und was die Familienaufstellung bewirkt

Stefanie Link:
„Wir waren eben beim Leid. Was hat denn die Liebe damit zu tun?“

Renate Wirth:
„Nun, das haben wir ja schon alle mal im Leben erfahren. Dass Liebe und Leid in bestimmten Aspekten zusammengehören. Wenn wir das Leid nicht wollen und das Herz für denjenigen verschließen, der es uns angetan hat, dann hat auch die Liebe als zugehöriger Aspekt keine Chance. Und dieses „Liebe-zulassen-können“ im eigenen Herzen, das heilt.“

Stefanie Link:
„Es geht also darum, als erstes das Leid anzunehmen?“

Renate Wirth:
„Ja! Aber das sagt sich so einfach. Der Klient kann es nicht von allein. Gerade das ist das Problem. Wenn wir ihm sagen, er soll sein Leid annehmen und Liebe zulassen. Das kann er eben gerade nicht. Es geht einfach nicht. Wenn es ginge, hätte er es ja schon getan.

Wir als Aufsteller müssen den ersten Schritt tun. Das heißt als erstes: Wir nehmen die Situation so ins Herz, wie sie ist. Das Leid, die Täter, die Ausgeschlossenen, alle, die zum System gehören, mit allem, was passiert ist. Ich öffne allen und allem mein Herz. Ohne zu werten. Bin einfach nur da und halte es aus. So baut sich das Feld auf. Das sogenannte heilende Feld.

Und es heißt als zweites, dem Klienten die Erfahrung zu ermöglichen, dass zu seinem Leid, zu seinem Hass, seiner Angst oder Wut, seiner Suche und Verzweiflung Liebe gehört. Dass er aus Liebe leidet.

Es geht nur, wenn er diese Erfahrung selbst machen kann. Wenn er diese Erfahrung in seinem Herzen spüren kann. Als „innerer seelischer Vollzug im Herzen“, wie mein Freund und Lehrer Harald Homberger so schön sagt.

Stefanie Link:
„Können Sie an dieser Stelle nochmal kurz erklären, was ein „innerer seelischer Vollzug im Herzen“ genau bedeutet?“

Renate Wirth:
„Ja, wie geht das? Was vollzieht sich da im Herzen? Als Aufsteller kann man ja nicht im Herzen des Klienten rumrühren, damit sich etwas „innerseelisch vollzieht“. Man kann keine Lösung „machen“. Wir können nur Angebote machen, die der Klient als neue Erfahrung erlebt. Beispielsweise durch einen Blick in die Augen dessen, der ihm dieses Leid zugefügt hat. Wenn er dessen Liebe sieht, vollzieht sich vielleicht etwas in seinem Herzen. So er kann spüren, wo seine Seele hin will, was sie wirklich will.

Oder durch einen Satz. Wenn der Klient ihn als Wahrheit empfindet, kann er eine neue Erfahrung machen, die sein Herz bewegt. Oder durch ein Bild. Wenn er sieht, welchen Bewegungen und Bindungen der andere folgt und unterliegt. Wo das eigentlich herkommt, was auf ihn wirkt. Oder durch ein „Ja, so war es“. Durch ein Zustimmen also zu dem, was war. So wie es war.

Diese Erfahrungen sind im „normalen Leben“ außerhalb der Aufstellung nicht möglich. Zum Beispiel den Abschied von einem Toten zu fühlen oder von einem abgetriebenen Kind. Da vollzieht sich Heilung auf der Seelenebene. Das hat mit unserem Denken wenig zu tun. Es vollzieht sich von selbst im Herzen. Wenn wir still und achtsam sind.”

Eine Familienaufstellung in der Stille

Stefanie Link:
„Sie sprechen von Voraussetzungen, um Aufstellungen zu leiten. Es gibt mittlerweile so viele Aufstellungsarten, die verschiedensten Aufsteller und die verschiedensten Charaktere. Sie selbst arbeiten mit den sogenannten „Bewegungen der Seele“, einer Aufstellungsform, die sehr still ist. Kann das jeder lernen, oder braucht es eine besondere Gabe, um Aufstellungen leiten zu können?“

Renate Wirth:
„Da ist zuerst die Erkenntnis, dass es noch mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als das, was man sehen und anfassen kann. Und wie schon gesagt, es ist eine besondere innere Haltung die Voraussetzung. Das Arbeiten im gegenwärtigen Moment. Mutig und demütig, achtsam und mit einer ausgeprägten Wahrnehmung.

Ja, das kann man lernen. Und eine gewisse Sicht auf die Welt, auf das „Große Ganze“, auf das, was die alten Meditationswege als Seele oder das Göttliche oder den großen Geist bezeichnen. Und dazu kommt das Wissen um systemische Zusammenhänge. Das braucht es natürlich auch.“

Stefanie Link:
„Sie sagen, die Bewegungen der großen Seele oder des Universums seien auf Liebe und Heilung ausgerichtet. Was bedeutet das?“

Renate Wirth:
„Zen sagt: „Die Wesensnatur ist reines Mitgefühl. Alles bewegt sich in einem unendlichen Bewusstseinsstrom. Dieses Bewusstseinsfeld ist jenseits aller Dualitäten reines Mitgefühl und Liebe.“

Dieses „jenseits aller Dualitäten“ gehört nicht zu unserer Erfahrungswelt. Wir können nur in Dualitäten wahrnehmen. So ist unser Geist beschaffen. Also Glück und Leid, Liebe und Hass, Freude und Trauer… Beides zusammen, alles zusammen. Auch das Leid, auch das sogenannte Böse ist diese Wesensnatur. Auch das Dunkle. Alles steht im Dienst, ist eine Manifestation, eine Form dieses reinen Bewusstseinsfeldes aus Mitgefühl. Das ist die heilende Kraft, die hinter allem wirkt.

Vielleicht braucht man diese Sicht auf die Welt auch nicht, wenn man Aufstellungen leitet. Man fühlt das Feld, wenn man sich öffnet, das reicht. Aber da kommt natürlich gleich die Frage: Dich öffnen wofür? Und was fühlt man da? Der Physiker Rupert Sheldrake nennt sie morphologische Felder, Bert Hellinger spricht von wissenden Feldern, die Weisen aller großen Meditationswege und auch die moderne Quantenphysik sprechen von einem unendlichen Bewusstseinsstrom. Das meine ich, wenn ich sage, es sei nützlich, eine gewisse Sicht auf die Welt, auf das „Große Ganze“ zu haben.“

Die Aufstellungsarbeit erlernen

Stefanie Link:
„Sie nennen das Wissen um systemische Zusammenhänge eine Voraussetzung, um Aufstellungen leiten zu können. Ist dieses Wissen fassbar, kann jeder dieses systemische Wissen erlernen?“

Renate Wirth:
„Es ist inzwischen eine eigene Wissenschaft entstanden, die die systemischen Zusammenhänge der Aufstellungsarbeit einschließt. Dazu gehören die Ordnungen der Liebe, persönliches und kollektives Gewissen, Bindung, Rangfolge und Zugehörigkeit, die Wirkungen von Verstrickungen, Identifizierungen und die Wirkung der transgenerativen Weitergabe von Traumata, um nur einige zu nennen. Durch die Arbeit von Bert Hellinger und die vieler namhafter Aufsteller, die seine Arbeit weiterentwickelt haben, neue Erkenntnisse hinzu gewonnen und veröffentlicht haben, hat sich die Aufstellungsarbeit in den letzten Jahren in unglaublicher Schnelligkeit ausgebreitet. Und sie ist noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen.

Dieses Grundlagenwissen kann man lernen, wie jede andere Wissenschaft auch. Doch genauso wichtig wie dieses Wissen ist die Haltung des Aufstellers. Sie setzt menschliche Wertschätzung und eine besondere innere Haltung voraus. Auch diese Haltung kann man lernen. Und ich gehe noch einen Schritt weiter. Man kann sie nicht nur lernen. Ich bin der Meinung, man muss sie auch lernen. Nur das Wissen um die systemischen Zusammenhänge allein reicht meiner Ansicht nach nicht aus. Beides gehört zusammen.“

Stefanie Link:
„Nun bleibt noch die Frage zu den Ausbildungsmöglichkeiten, der Dauer und den Kosten. Braucht man Voraussetzungen, um eine Ausbildung machen zu können? Welchen Abschluss gibt es dafür?“

Renate Wirth:
„Viele Aufsteller bieten eine Ausbildung an. Im Internet kann man auf verschiedenen Seiten Ausbildungen finden. Generell macht es Sinn, den Aufsteller vorher in seiner Arbeitsweise kennenzulernen, zum Beispiel, indem man an seinen Seminaren teilnimmt.

Die Ausbildungsdauer ist verschieden, auch die Kosten für die Ausbildung differieren. Zum Abschluss der Ausbildung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Die Bestrebungen der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen, der DGfS und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für systemische Lösungen IAG sind derzeit darauf ausgerichtet, Ausbildungsrichtlinien festzulegen und Studiengänge mit wissenschaftlicher Ausrichtung zu etablieren. Diese Entwicklung ist zu begrüßen, was sie bewirkt, wird die nahe Zukunft zeigen.“

Stefanie Link:
„Frau Dr. Wirth, ich danke Ihnen von Herzen für dieses sehr interessante und äußerst informative Gespräch! Und wünsche Ihnen allzeit viele heilsame Erfahrungen in Ihren Aufstellungen und Seminaren!“

 

 


Impressum:
Interview: Stefanie Link
2010 veröff. Zeitschrift SEIN
Text und Bild: Dr. Renate Wirth

www.aufstellungstage.de
www.renate-wirth.de
renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

Blockierte Mutterliebe. Wenn der Muttervogel nicht landen konnte.

Blockierte Mutterliebe. Wenn der Muttervogel nicht landen konnte.

Wenn die Mutter in ihrer Seele nicht auf das Kind schauen kann

Oft geschieht es, dass eine Mutter ihr Kind bestens versorgt, doch unbewusst ist sie mit ihrem Herzen anderswo. Ein Kind kann dies spüren. Es erreicht mit seiner Liebe die Mutter nicht. Seine Liebe kommt nicht an, das Kind zieht sich traurig und verunsichert zurück.

Diese Menschen haben das Gefühl, nicht gesehen zu werden, alleingelassen zu sein, nicht anerkannt zu sein, nicht geliebt zu werden, für andere nicht wichtig zu sein. Das ist tragisch.

Wenn die Kinderliebe nicht zur Mutter kann, zieht sie sich zurück. Alle weiteren Bemühungen zu überleben führen zu Ersatzhandlungen für diese eigentliche Liebe. Kinder setzen sich aus Liebe für ihre Eltern ein und opfern sich für sie. Und Eltern übersehen ihre Kinder aus Liebe zu ihren Eltern. So werden Schicksale von den Eltern an die Kinder weitergegeben.

Fehlt einem Kind die elterliche Bezugsperson, fehlt ihm damit auch das Gefühl der Zugehörigkeit zur Familie. Auch als erwachsener Mensch fühlt es sich noch einsam und sucht deshalb unbewusst nach Situationen im Leben, die ihn hoffen lassen, das Gefühl der Trennung heilen zu können.

Die Geschichte vom Muttervogel, der nicht landen konnte

Es wird erzählt, dass in früheren Zeiten bei den Lakota sich alle Frauen des Dorfes in der Hütte der Frau versammelten, die ein Kind zur Welt brachte. Sie warteten gemeinsam, ob der Muttervogel geflogen kommt. Denn sie wussten, dass es bei den vielen traumatischen Erlebnissen und Verlusten der Lakota-Frauen vorkam, dass eine Frau in ihrer Seele trauerte und das Kind nicht wirklich mit Freude annehmen konnte.

Wenn sie sahen, dass die Mutter ihr Kind im tiefsten Herzen willkommen heißen konnte und mit Liebe und offenem Herzen auf ihr Kind schaute, dann gingen alle wieder an ihre Arbeit oder in ihre Hütte, denn sie hatten gesehen, dass „der Muttervogel gelandet war“.

Wenn sie aber nach drei Tagen sahen, dass die junge Mutter in ihrer Seele nicht auf das Kind schauen konnte, dann nahmen sie das Kind und schauten im Dorf, wo denn der Muttervogel gelandet sei. Und gaben dieser Frau dann das neugeborene Kind.

Diese Geschichte hat mich sehr berührt. Sie zeugt von tiefer Frauenweisheit. Denn es lag nicht in der Macht der jungen Mutter, ob und wo der Muttervogel landete.

Was ist geschehen? Wohin schaut die Mutter im Herzen?

Was ist geschehen, wenn eine Mutter im Herzen nicht auf ihr Kind schauen kann? Wohin schaut die Mutter?

Geht die unterbrochene Hinbewegung von der Mutter aus, ist etwas Traumatisches oder Schwerwiegendes in der Familie der Mutter geschehen. Dann schaut die Mutter mit ihrem Herzen auf dieses Erlebnis oder auf einen verlorenen Menschen.

Es kann sein, dass sie auf ihre unerfüllte Liebe zur eigenen Mutter schaut. Und bei der Großmutter ist es das gleiche. Es gibt meist ein einschneidendes Erlebnis in der Familie, das diese Unterbrechung hervorruft.

Vielleicht schaut sie auf ein verlorenes früh verstorbenes Geschwisterkind. Oder auf traumatisches Erlebnisse, auf Kriegserlebnisse, Flucht, Gewalt oder andere traumatische Erfahrungen.

Die traumatischen und schier unfassbaren Erlebnisse der Eltern sowohl als Kriegskinder als auch als erwachsene Frauen und Männer im Krieg, am Ende des Krieges, in der Gefangenschaft, während und nach der Flucht und Vertreibung, Vergewaltigungen und der Verlust geliebter Menschen im Krieg und danach haben mehrere Generationen traumatisiert. Diese traumatischen Erlebnisse der Eltern haben sich auf die folgende und nächstfolgende Generation ausgewirkt.

Die langen Schatten des Krieges

Die nach dem Krieg geborenen Kinder und deren Kinder sind oft stark in ihrem Bindungsverhalten beeinflusst. Es ist ihnen oft nicht möglich, eine sichere Bindung zu ihren Eltern aufzubauen, da diese sowohl körperlich als auch emotional dem Kind nicht zur Verfügung standen. Die langen Schatten des Krieges wirken bis in die heutige Zeit hinein und beeinflussen das Bindungsverhalten dieser Generationen auch in deren Paarbeziehungen.

Die Beziehung zur Mutter und die Paarbeziehung

Die Bindungsfähigkeit eines Paares kommt aus dessen Herkunftsfamilie. Eine tiefe Bindung zwischen Mann und Frau kann nur entstehen, wenn sowohl der Mann als auch die Frau ihre Mutter ins Herz nehmen. Das ist besonders wichtig, da die Mutter die erste Bindung für das Kind ist und das spätere Beziehungsverhalten prägt.

Häufig ist zu sehen, dass sich in der Paarbindung Konflikte aus dem Herkunftssystem wiederholen. Es wird immer wieder das alte „Drama“ als neues „Drama“ inszeniert. Eine Lösung scheitert jedoch, da es in der Regel ein übernommenes Problem oder eine Verstrickung ist.

Eine Teilnehmerin schreibt:
„Ich habe die Männer tief verletzt auf der Suche nach der Liebe, die ich von meiner Mutter nicht bekommen konnte. Ich habe immer versucht anzukommen, und wenn ich das Gefühl hatte, dass das bei dem Mann nicht möglich ist, dann habe ich ihn verletzt, habe mir genommen was ich brauche, rücksichtslos. Denn ich kann nicht wirklich gut allein sein. Ich suche Halt.“

Halt zu haben, sich sicher und geborgen zu fühlen ist ein berechtigter tiefer Wunsch. Doch der Partner oder die Partnerin können nicht erfüllen, was sich unser Herz von der Mutter wünscht. Deshalb ist eine Familienaufstellung, die eine Hinbewegung zwischen Mutter und Kind ermöglicht, auch immer ein heilsamer Impuls für die Paarbeziehung.

Endlich gesehen und angenommen werden

Die Hirnforschung zeigt, dass das Gefühl, ausgegrenzt zu sein, nicht dazuzugehören und nicht angenommen zu werden die selben Netzwerke im Gehirn aktiviert wie bei körperlichem Schmerz. Das ständige Gefühl, nicht mit der Mutter im Frieden zu sein schwächt die Seele und den Körper und kann zu den verschiedensten Erkrankungen führen.

Karin, eine Teilnehmerin, schreibt:

„Mein ganzes Leben lang hat mich ein Problem belastet. Ich bin mit meiner Mutter nicht klar gekommen. Schon als kleines 4jähriges Mädchen hatte ich das Gefühl, meine Mutter nicht leiden zu können. … Bis ins Erwachsenenalter hat sie mir immer wieder unterschwellig das Gefühl vermittelt, ihrem Anspruch nicht zu genügen und alles nicht richtig zu machen. Mich hat das krank gemacht. Ich habe schlimme Magenprobleme und vielfältige Unverträglichkeiten, Migräne und Rückenprobleme.

Nach einer großen Auseinandersetzung mit meiner Mutter war ich so kaputt und hilflos, dass ich nur noch Hilfe wollte und mich so auf eine Aufstellung einlassen konnte.

Selten hatte ich so eine Angst vor irgendetwas. Mit Zittern und Zagen habe ich die ersten Aufstellungen in der Gruppe beobachtet. Niemals würde ich mich da hinstellen können. Alles würde in Tränen untergehen. Erst die Möglichkeit, dass ich auch für mich selbst eine Stellvertreterin wählen konnte gab mir die Kraft, mich darauf einzulassen. Und das war genau der richtige Weg für mich.

Alles was bisher richtig schien, war auf einmal hinfällig. Mein Weltbild brach auseinander. Meine Mutter hatte in der Aufstellung keinen Blick für mich und meinen Vater. Sie war erstarrt und starrte auf das, was da sonst noch wirkt.

Was hat mir diese Aufstellung gebracht? Mir wurde klar, dass ich nicht schuld bin am schwierigen Verhältnis zu meiner Mutter. Das war das Allerwichtigste. Demzufolge brauchte ich auch keine Strategien mehr zu entwickeln.

Dies nahm sehr viel Druck aus meinem Leben. Ich habe verstanden, dass ich leben und glücklich sein darf. Dies entkrampfte die Beziehung zu meinem Mann spürbar.

Nach der Aufstellung sagte Renate zu mir: Das wird auch etwas bei deiner Mutter bewirken. Das fand ich komisch. Aber inzwischen hat es sich bestätigt.

Erst einmal wurde es mit meiner Mutter nicht wesentlich einfacher. Darum habe ich auch noch eine Einzelaufstellung in Berlin gemacht. Ich suchte ein Handwerkszeug, wie ich mit meiner Mutter umgehen kann und hoffte, dass meine vielen körperlichen Probleme dadurch besser werden würden.

Nach dieser Aufstellung saß ich danach im Auto bei meinem Mann und sagte: Ich wusste, dass das nichts bringt. Das war rausgeschmissenes Geld. Ich war total kopfgesteuert, hatte gemacht was ich sollte, nichts gefühlt.

Und doch hat all das, was ich da angeschaut habe, inzwischen solche Nachwirkungen bei meiner Mutter und meiner Familie, dass ich nur staunen kann.

Die erste spürbare Veränderung war, dass ich mit meiner Mutter ruhiger und gelassener reden konnte. Und das Zweite war, dass meine Mutter sehr viel ruhiger und gelassener mit mir reden konnte.

Die größte Überraschung aber geschah Wochen später. Wir hatten meine Mutter zum Kaffeetrinken abgeholt und saßen zu dritt am Tisch. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, begann sie zu erzählen von ihrer Zeit im polnischen Arbeitslager. Dies hatte sie in dieser Weise bisher noch nie getan.

Auf einmal konnte sie sich an den Namen des Lagers erinnern, und erzählte sehr detailliert von ihren Leiden, die sie ertragen musste. Und das alles ohne Vorwürfe, ganz ruhig und gelassen. Zum Schluss sagte sie, dass das alles sehr schwer für sie ist und sie das möglichst vergessen möchte. Aber sie hätte uns nun Dinge erzählt, die sie nicht einmal ihrem Mann und ihrer Mutter gesagt habe.

Ich habe mir inzwischen noch psychologische Beratung geholt und kann heute sagen, dass meine körperlichen Symptome viel besser geworden sind. Meine Mutter ist, wie sie ist, aber wir können miteinander reden – auch immer wieder über ihre Vergangenheit. Das bewirkt bei uns ein neues Verständnis und Wertschätzung für sie. Und ich verstehe etwas besser, warum ich so bin, wie ich bin.“

In einer Familienaufstellung: Mit der Mutter in Frieden kommen

In meiner Aufstellungsarbeit erlebe ich es sehr häufig, dass eine unterbrochene Hinbewegung zwischen Mutter und Kind das ganze Leben beeinflusst. Es ist ein anhaltendes Leid. Auf die verschiedensten Wege versuchen die Menschen, damit irgendwie zurecht zu kommen.

Mit Ablenkung, mit räumlichem Abstand, sogar bis zum Kontaktabbruch. Doch das Problem löst sich dadurch nicht. Es bleibt eine Last auf dem Herzen. Und ein tiefer emotionaler Schmerz.

Wenn die unterbrochene Hinbewegung von der Mutter ausgeht, kann man mit der Großmutter arbeiten, ihre Verstrickung oder Trauer lösen, damit ihre Liebe zur Mutter fließen kann. Wenn diese Liebe bei der Mutter angekommen ist, erst dann kann die Mutter liebevoll auf die Klientin, ihre Tochter schauen.
Doch es gibt vielfältige Ursachen und Dynamiken, die einer unterbrochenen Liebe zwischen Mutter und Kind zugrunde liegen können.

Es ist eine der Hauptaufgaben der Aufstellungsarbeit herauszufinden: Wo ist in dieser Familie der Fluss der Liebe unterbrochen? Welche Hinbewegung konnte nicht ans Ziel kommen? Woher kommt diese Unterbrechung? Was sucht und wünscht sich das Herz? In einer Aufstellung wird es möglich, die Ursache zu finden und zu lösen.

Es ist nie zu spät

Natürlich ist es schöner, wenn jemand in jungen Jahren zur Aufstellung kommt und dann noch viele Jahre mit einem schönen Verhältnis zur Mutter erleben kann. Doch auch wenn die Mutter schon im hohen Alter ist ist es noch möglich, eine Hinbewegung zu erreichen und Frieden zwischen Mutter und Tochter oder Mutter und Sohn.

Lina, eine Teilnehmerin, schreibt:
wie ich dir ja bereits schon direkt nach unserem Seminar im Frühjahr kurz per mail mitgeteilt habe, ist zwischen mir und meiner Mutter erstaunliches passiert.

Meine Mutter wohnte ja als vollständig pflegebedürftig seit zweieinhalb Jahren bei uns im Haus. Es war sehr schwer zwischen uns. Ich konnte ihr nichts recht machen, trotz größter Anstrengung rund um die Uhr. Ich war sehr erschöpft.

Mein Wunsch und Anliegen für das Aufstellungsseminar war es, mehr zu einem liebevollen Umgang mit ihr zu finden und mich selbst wieder besser spüren zu können und an meiner nährenden Quelle anzubinden.

In der Aufstellung habe ich durch das Spüren meiner Ahnen hinter mir ein starkes Gefühl bekommen für das, was mir Kraft verleiht. In der Begegnung mit meiner Mutter, innerhalb der Aufstellung durfte ich Annahme spüren und mich von dem Mütterlichen nähren lassen, soviel und so lange ich es brauchte.

Dann nach meiner Rückkehr in den Alltag, eröffnete mir meine Mutter, dass sie in dem Heim, das für drei Wochen zur Verhinderungspflege geplant war, bleiben wolle, das sei für alle das Beste, dann könnten wir es machen wie früher: sie käme zu mir zu Besuch und ich zu ihr.

Da war ich baff, mit allem hatte ich gerechnet, nicht damit. Vor allem so ganz ohne Vorwurf bzw. ohne mir Unzulänglichkeit zu vermitteln.

Und so ist es bis heute: unsere Begegnungen sind sehr freundlich und liebevoll und immer mehr echte Herzensbegegnungen. Auch wenn ich mehrere Tage nicht bei ihr war, freut sie sich und bedankt sich, ist wertschätzend: „Schön dass du da warst“. Ich kann die Liebe zwischen uns spüren. Sie ist oft ganz still, doch in den Augen sehe ich sie.

Du hattest mir damals geantwortet, dass dies möglich war, weil sich durch die Aufstellung alte Verstrickungen gelöst haben. Da ich diese Entwicklung nicht aktiv gemacht habe, sonders das alles in der Aufstellung einfach geschehen ist, hinkt mein Verstand noch etwas hinterher. Das Ich braucht noch Zeit und ist immer wieder noch erstaunt, dass es so ist, wie es ist.“

Auch nach dem Tod wird noch Frieden möglich

Eine Klientin schreibt:
„Eine Aufstellung erspart dir jahrelange Therapie“, sagte meine Freundin. Wir hatten beide zeitlebens ein sehr schwieriges Verhältnis zu unseren Müttern.
Meine Mutter war 2006 mit 63 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Sie war 1941 geboren und wie meine Großmutter stark traumatisiert von Krieg, Gewalterfahrungen und Vertreibung. Mein Stiefvater war 1980 bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Oft überfielen mich im Alltag Verlustgefühle gekoppelt an große Wut. Oft hatte ich vor meinem inneren Auge das Bild einer vollen Plastiktüte, die aufplatzt und deren Inhalt sich in alle Richtungen verteilt. So fühlte sich dann mein Innenleben an. Das war anstrengend.

Hin und hergerissen zwischen den widersprüchlichen Gefühlen, suchte ich nach einer Hilfestellung, um mit meiner Mutter und mir „ins Reine“ zu kommen. So kontaktierte ich das Büro von Renate und bekam schnell einen Einzeltermin.

Vor dem Termin war ich sehr aufgeregt, aber Renate hat mich mit ihrer ruhigen und Vertrauen erweckenden Art schnell abgeholt. Sie sah sich den Stammbaum an und stellte mir Fragen dazu. … Als ich anfing von meiner Mutter zu erzählen, begannen die Tränen zu fließen und ich weinte mit Unterbrechungen eigentlich die ganze Zeit über.

… In der Einzelsitzung stellten wir mehrere Sequenzen auf. Die Aufstellung endete damit, dass Renate in der Rolle meiner Mutter auf einem Stuhl saß und mich endlich sehen konnte. Jetzt erst konnte ich langsam auf sie zu gehen. Am Ende der Aufstellung saß ich zu ihren Füßen und hatte den Kopf in ihren Schoß gelegt. Damit konnte ich damals eigentlich am wenigsten anfangen.

… Die drei Stunden waren vorbei. Ich war vollkommen erschöpft… Als ich die Brücke nach Spandau überquerte, überkam mich eine große Ruhe. In meinem Inneren hatte sich etwas verändert. Plötzlich hatte ich das Gefühl, Mutti hat jetzt ihren Frieden – und ich auch. Dieses Gefühl hält bis heute an.

Durch die Aufstellungsarbeit und die Gespräche mit Renate gelang es mir, die schmerzlichen Erfahrungen neu zu bewerten und zu integrieren. Was auch immer da genau passiert ist, ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung.“

Wenn eine Hinbewegung zur Mutter nicht möglich ist

Wenn in einer Familienaufstellung eine Hinbewegung der Mutter zum Kind nicht möglich wird, kann der Klient oder die Klientin diese Situation nur annehmen, so wie sie ist. Dies ist ein sehr schwieriger und schwerwiegender Schritt. Doch wenn er gelingt entsteht Heilung und es wird ein innerer Frieden möglich. Auch im Außen kann endlich ein Frieden entstehen, der bisher nicht möglich war.

Neue neuronale Muster im Gehirn durch eine Familienaufstellung

Wir brauchen neue vertrauensvolle Erfahrungen. Wir brauchen neue emotionale Körpererfahrungen, um Geborgenheit und Vertrauen am eigenen Leibe zu erleben.

Wir brauchen die neue Erfahrung, in Sicherheit im Herzen und am Leib berührt werden zu können. Wir brauchen Hilfe, dass unsere Angst abfließen kann, einen Menschen, der unseren Schmerz aushält und uns durch den Schmerz begleitet.

Schritt für Schritt, bis neue neuronale Muster gebildet werden und der Körper versteht, dass die Gefahr vorbei ist, dass jetzt jetzt ist und dass er neu vertrauen kann. So entstehen neue innere Bilder, die neue neuronale Muster in unserem Gehirn ermöglichen.

Die Termine für die nächsten Seminare und die Möglichkeit zur Einzelarbeit findest du auf www.aufstellungstage.de.

Und falls du noch nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung für dich der nächste gute Schritt ist, dann hole dir hier gratis das eBook „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“.

Das Wunder Leben

Was kannst du außer einer Familienaufstellung noch tun? Du kannst deiner Mutter aufrichtig danken. Wann hast du das zum letzten Mal getan? Vielleicht hast du ja eine ganze lange Liste von Erinnerungen, die schmerzhaft sind. Doch gibt es heute einen Anlass oder eine Gelegenheit, deiner Mutter von Herzen zu danken?

Was du noch tun kannst? Verzichte auf Schuldvorwürfe. Lege sie einfach ab. Vielleicht steigst du darüber und lässt sie hinter dir.
Schau deiner Mutter einmal freundlich in die Augen. Denn euch verbindet ein großes Wunder: Das Wunder, dass du am Leben bist. Findest du nicht auch, dass das ein unglaublich großes Wunder ist?

Seelenfrieden ist wie ein Ankommen der Liebe nach einer langen Reise

Bei allem Vertrauen und aller Geborgenheit in der Welt gibt es auch ein Gefühl von Befremdung, Einsamkeit und Sehnsucht. Das ist natürlich und gehört zu unserem Menschsein dazu. Die Natur hat uns auch diese Gefühle gegeben, damit wir uns in der Welt orientieren können.

Wenn diese Gefühle jedoch vorherrschend sind und unser Leben bestimmen, wirken andere Dynamiken dahinter, meist unbewusste Verlusttraumata oder auch Bindungstraumata.

Wenn sie ans Licht kommen und gelöst werden können, können wir dieses Gefühl, in dieser Welt zu Hause zu sein, plötzlich fühlen. Es ist das Gefühl von Geborgenheit, angekommen und richtig zu sein. Wir fühlen uns zutiefst in uns selbst beheimatet, vom Leben gewollt. „Gottgewollt“ sagen manche Menschen dazu, willkommen in dieser Welt.

Dann hört die Suche auf. Wir finden unseren Platz, machen unseren Beruf zur Berufung und wählen einen Partner, mit dem wir ein zugewandtes, achtsames und liebevolles Leben leben können. In vollem Vertrauen in uns selbst, in das Leben und in das, was uns führt.

Wir sind Seelenwesen. Bei der Mutter anzukommen lässt uns existentielle Sinnhaftigkeit erfahren und das Gefühl, in der Welt willkommen zu sein. Es ist die Erfahrung: In dieser Welt gibt es einen Platz für mich, ich bin ein Geschenk für diese Welt, ich kann einfach DA SEIN. Ich bin angekommen in der Welt, in meiner Familie, im Beruf, bei mir selbst.

Ich wünsche Dir ein vertrauensvolles, leichtes und heiteres Verhältnis zu Deiner Mutter und von Herzen alles Liebe
Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

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renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.

Vertrauen in das Leben. Wie es dir möglich wird, trotz Schicksal in das Leben zu vertrauen

Vertrauen in das Leben. Wie es dir möglich wird, trotz Schicksal in das Leben zu vertrauen

hell und dunkel

Eine große Sehnsucht

Wir haben wohl alle eine große Sehnsucht danach, uns fallenlassen zu können in eine allumfassende Geborgenheit. In dieser Welt gehalten und geborgen zu sein. Einfach sicher zu sein.

Doch wir haben viele Male genau eine gegenteilige Erfahrung gemacht. In vielen Situationen hat es immer und immer wieder an dieser Sicherheit und Geborgenheit gefehlt.

Wir haben Enttäuschungen erlebt, Schicksalsschläge, unerwartete Verluste, Abwertung und Zurückweisungen. Wie kannst du da in solch ein unbeständiges, unsicheres, sich immer wandelndes Leben vertrauen?

Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder die Hand reicht

Vertrauen in das Leben heißt für mich: Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder die Hand reicht und mir Lösungen zeigt, auch und besonders in schmerzhaften Stunden.

Ich glaube daran, dass das Leben mir immer wieder Chancen bietet. Und ich glaube daran, dass das Leben selbst eine Chance ist: Zu heilen, zu lernen und Gutes zu tun.

Bin ich da blauäugig bei allem, was immer wieder und gerade auch jetzt in der Welt geschieht? Ist Vertrauen in das Leben nur ein Glauben? Der Glauben, dass das Leben letztendlich gut ausgeht? Nur eine Hoffnung?

Ja, es gehört auch der Glauben dazu, dass es das Leben gut mit mir meint. Aber es gehört vor allem die Erfahrung dazu, die ganz persönliche Erfahrung, dass das Leben trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen mir doch immer die nächsten guten Schritte gezeigt hat.

Dass aus allem Schmerzhaftem letztendlich auch immer etwas Gutes, Heilsames, Neues entstanden ist.

Dem Leben zu vertrauen heißt, meinem Eingebundensein in diese Welt zu vertrauen. Meinen Eltern zu vertrauen.

Darauf zu vertrauen, dass es einen Platz gibt für mich in dieser Welt, dass ich willkommen bin.

Auch wenn das Leben herausfordernd ist, auch wenn es mal seine hellen und mal seine dunklen Seiten zeigt. Zu vertrauen, dass alles zusammen gehört und es dennoch immer wieder gut weiter gehen kann.

Der Start ins Leben: Bist du willkommen und behütet in diesem Leben?

Nicht immer sind die Bedingungen für den Start ins Leben günstig. Vielleicht haben Traumata in der Herkunftsfamilie der Eltern oder selbst erlebte Traumata vor oder während der Geburt deinen Start ins Leben erschwert und dein Vertrauen in dieses Leben von vornherein eingeschränkt oder ganz und gar unmöglich gemacht.

Vielleicht wurdest du nicht freudig erwartet oder warst gleich nach der Geburt von den Eltern getrennt oder hattest medizinische Eingriffe zu erdulden. Dann bist du berechtigterweise in eine Vorsichtshaltung gegangen, hast dich in deiner Seele zurückgezogen, statt dich vertrauensvoll auf dieses neue Leben einlassen zu können.

Auch Trennungen und Traumata in den ersten Lebensjahren hinterlassen Schmerzen und Narben in der Seele. Dann entsteht statt eines vertrauensvollen Sich-einlassen-können ein Zustand ständiger innerer Vorsicht, um neuen Gefahren zu entgehen.

Dieser Zustand bewirkt eine Art Dauerstress in der Seele und eine Kompensationshaltung als innere Haltung, um diesen Stress zu ertragen und nicht ständig fühlen zu müssen.

Diese Kompensation kann ganz verschiedene Gesichter haben: Es kann eine innere Kampfansage dem Leben gegenüber sein: „Du kriegst mich nicht unter!“.

Oder ein resignierter innerer Rückzug: „Ich kann mich auf niemanden verlassen“ oder „Ich kann nur mir selbst vertrauen.“

Was du tun kannst, wenn dein Verhältnis zu deinen Eltern nicht leicht ist

Ganz besonders hilfreich ist eine Familienaufstellung, wenn das Verhältnis zwischen dir und deinen Eltern schwierig oder belastet ist. Besonders wenn es schon vom Anfang des Lebens her nicht einfach war zwischen dir und deinen Eltern und so in dir kein Grundvertrauen entstehen konnte.

Das Leben kommt nun mal von unseren Eltern, und wenn du es nicht leicht hattest mit dem vertrauensvollen Verhältnis zu deinen Eltern, dann ist es mit dem Vertrauen ins Leben auch nicht wirklich leicht.

Eine Familienaufstellung kann hier Wunder bewirken. Ich habe viele, wirklich sehr viele berührende und heilsame Aufstellungen erleben dürfen, in denen es auch noch nach Jahrzehnten zu einem vollkommen neuen Verhältnis zu den eigenen Eltern kommen konnte.


Wenn du dir wünschst, dass dein Verhältnis zu deinen Eltern sich entspannt und freundlich, liebevoll oder verständnisvoll wird, dann mach eine Familienaufstellung. Schau hier nach den Terminen für ein Seminar, du kannst dich hier auch anmelden.

Oder vereinbare einen Termin für eine Einzelsitzung oder gönne dir die Teilnahme an der Jahresgruppe zur Weiterbildung, sie ist ein Geschenk an dich selbst für dein ganzes Leben.

Unabhängig davon, ob deine Eltern noch leben oder nicht, ob du bei deinen Eltern aufgewachsen bist oder nicht, ob deine Eltern zusammen gelebt haben oder ob du deinen Vater kanntest: Eine Familienaufstellung zeigt die Dynamiken auf, die in deiner Familie auf dich wirken. Sie wird ein neues Verhältnis zu deinen Eltern ermöglichen.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung der hilfreiche Schritt für dich ist, dann klicke hier, wir senden dir dann kostenlos das E-Book „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“ zu.


Plötzlich und unerwartet: Mit dem Tod konfrontiert

Doch selbst wenn der Start ins Leben günstig für dich war und du die segensreiche Erfahrung machen konntest für ein Grundvertrauen, so gibt es dennoch keine Garantie, dass dieses Vertrauen nicht im Laufe des Lebens erschüttert wird. Manchmal erleben wir plötzlich und völlig unerwartet schwierige Situationen, die das Leben an uns heran trägt.

Eine schwere existentielle Erkrankung, deren Diagnose mich bei vollkommener Gesundheit plötzlich mit der Möglichkeit des Todes konfrontiert. Plötzlich ist alles anders. Ich habe nichts gemerkt. Worauf kann ich da noch vertrauen? Nicht einmal in meinen eigenen Körper und nicht in meine eigene Wahrnehmung. Wie kam es, dass ich vorher nichts gemerkt habe?

Oder dieser Unfall eines Freundes. Kein Abschied. Gestern war er noch da, wir haben gemeinsam Tee getrunken, erzählt und gelacht. Und heute? Jetzt gibt es nie wieder eine Chance, auch nur für 5 Minuten beieinander zu sein.

Oder diese plötzliche Trennung. Der Geliebte hat eine andere Frau, und das schon seit einiger Zeit. Und ich habe nichts gemerkt. Wem kann ich hier noch vertrauen? Dem Leben? Dem Schicksal? Mir und meiner Wahrnehmung? Nicht dem Geliebten und nicht dieser Frau, die ich so gut zu kennen glaubte. Und kann das nicht immer wieder passieren?

Vorsicht ist von Natur aus sinnvoll

Ja, das kann immer wieder passieren. Nichts ist von Dauer, nichts ist sicher. Das Leben ist ständiger Wandel. Nichts bleibt wie es ist, wirklich gar nichts. Vorsicht und Umsicht sind deshalb wichtig für unser Überleben.

Auch das fehlende Vertrauen und das Misstrauen sind ein Überlebensschutz und von Natur aus sinnvoll, sie schränken jedoch unser Leben stark ein. Wir brauchen Inseln der Sicherheit und Geborgenheit, um nicht in Dauerspannung immer auf der Hut und auf der Suche nach sicheren Lebensbedingungen zu sein.

Wenn dich schwere Ereignisse getroffen haben wird es meist schwierig, an ein gutes Ende zu glauben. Wir machen dem Leben, dem Schicksal, uns selbst Vorwürfe. Und das Vertrauen ins Leben ist nicht mehr fühlbar.

Wenn ein besonderer Schicksalsschlag in deinem Leben dein Vertrauen stark auf die Probe gestellt hat oder es einfach hinweggewischt hat, dann ist eine Aufstellung wirksame Hilfe. Wenn du erkennen kannst, womit das Ereignis verbunden ist, welche Gefühle dich jetzt besonders belasten und wie du eingebunden bist in größere Zusammenhänge, dann werden Heilungsschritte möglich.


Und wenn du auch nicht sofort neu vertrauen kannst, so kannst du doch mit dem Ereignis in Frieden kommen. Diese innere Zustimmung heilt und gibt neuem Vertrauen wie einer zarten Pflanze eine Chance, da zu sein und zu wachsen. Dem Vertrauen, dass nach jedem Winter ein Frühling kommt und nach jeder Nacht ein neuer Morgen. Und dass das Leben sinnvoll weitergeht.

Zweimal im Jahr leite ich ein Themenseminar Vertrauen am Benediktushof in Holzkirchen. Der Benediktushof ist ein ganz besonderer Ort der Stille.

Im Seminar arbeiten wir mit Familien- und Traumaaufstellungen, Körperarbeit, Gespräch und Meditation. Das Sitzen in der Stille unterstützt uns, uns zu zentrieren und aus unserer inneren Mitte heraus zu handeln. Hier findest du die Termine und kannst dich hier auch anmelden.

Was du noch tun kannst

Setze dich hin und schreibe auf, was das Leben dir bisher Gutes getan hat. Nimm dafür ein großes Blatt Papier. Wenn du magst, nimm bunte Stifte und klebe Bilder dazu.

Und dann beantworte dir selbst folgende Fragen: Was habe ich vom Leben bekommen bei meiner Geburt? Welche Gaben? Was hat mir das Leben für Hilfen geschenkt in schwierigen Situationen? Welche Chancen hat mir das Leben bisher gewährt und geschenkt?

Was hat mir das Leben für Herausforderungen gestellt und wie hat es mir ermöglicht, diese Herausforderungen zu meistern? Wofür bin ich dem Leben dankbar? Was ist gut, was soll so bleiben? Und was wünsche ich mir noch vom Leben?

Und schreibe auch dazu, was du bereit bist dem Leben (als Gegenleistung) zu geben für alles Gute, was es dir geschenkt hat. (Dankbarkeit, deine Zeit, Liebe, Freude, Bereitwilligkeit, Vertrauen, Kraft, Zuversicht…)

Vertrauen in größere Kräfte

Wenn es dir gegeben ist, in größere Kräfte zu vertrauen, so wird es mit dem Vertrauen in das unbeständige Leben leichter. Vertrauen in eine größere Kraft ist der Glaube an eine wohlwollende, liebevolle Kraft, die uns begleitet. Für Kinder ist die Existenz von Kräften, die nicht sichtbar sind, aber dennoch da sind, noch vollkommen normal.

Als unsere damals dreijährige Freundin Luka bei uns zu Besuch war, saß sie im Garten gedankenverloren im Gras und strich mit ihren kleinen Fingern immer wieder durch das weiche Gras. Als ich sie fragte, ob sie denn nachdenke, antwortete sie: „Nein, ich kämme Mutter Erde die Haare.“ Es war nichts Verwunderliches daran.

Im Laufe des Lebens gelangt diese Überzeugung jedoch immer mehr in Vergessenheit. Wie es möglich wird, größeren Kräften neu zu vertrauen weiß ich nicht. Vielleicht ist es Gnade, vielleicht eine innere Öffnung in besonderen Lebenssituationen.

Manchmal erfahren wir die Größe und Unermesslichkeit der Schöpfung in der Verbindung mit der Natur. Im Römerbrief lesen wir: Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können (Römer 1,20 Hfa).

Es gibt im Leben eines Menschen manchmal plötzlich einen Moment, in dem er mit unumstößlicher Sicherheit weiß, dass es größere Kräfte gibt, die außerhalb seiner eigenen Möglichkeiten wirken. Und manchmal sind es gerade die sehr schweren Lebenssituationen, die uns diese Einsichten schenken.

Nicht nur in einer Kathedrale, auch an ganz unerwarteten Orten und Situationen kann uns die Gewissheit begegnen, behütet und getragen zu sein.

Wir Menschen haben verschiedene Namen für diese Kräfte, die jenseits von Raum und Zeit wirken. Wir nennen sie unter anderem Gott, Jesus, Maria, Schutzengel, Lichtwesen, Ahnen, Schicksal, Leere, Gottheit, das große Ganze ….

Wer größeren Kräften vertraut, macht die Erfahrung: Ich bin eingebunden in einen größeren Zusammenhang, der über mich hinausweist. Er geht über mein eigenes SEIN hinaus.

In diesem Eingebundensein bin ich sicher, gewollt, geliebt und beschützt. Ich erfahre die Qualitäten von Stille, Reinheit, Heilung, Schönheit, Liebe. Ich darf einfach da sein.

Ein Angebot zum Ausprobieren

Vertrauen in größere Kräfte heißt hier: Es gibt Kräfte, die über mich hinausweisen und die mir wohlgesonnen sind. Kräfte der Liebe, des Schutzes, des Mitgefühls und der Heilung. Du kannst ausprobieren, dir vorzustellen, dass auch du beschützt bist.

Setze dich entspannt an einen bequemen Platz und schließe die Augen. Stelle dir eine Kraft vor, die dich genau so annimmt wie du bist. Vielleicht entsteht in dir ein Name für diese Kraft. Stelle dir vor, dass sie dich behütend und liebevoll beschützt. Und dann entspanne dich in diesen Schutz hinein.

Ruhe einfach aus, fühle den tiefen Frieden, der von dieser Liebe ausgeht und dich weich umfängt. Lass für kurze Zeit die Fragen. Es ist gerade nicht wichtig, dass du verstehst. Wenn es genug ist, öffne langsam wieder die Augen.

Wenn du noch kein Vertrauen fühlst, dann tu so „als ob“. Dieses „Tun als ob“ ist das Tor, durch dass die Zuversicht kommen kann. Und falls das alles nichts für dich ist, dann mach dir da nichts draus. Lass es einfach sein. Auch gut. Manchmal geschehen die Wunder gerade dann, wenn wir sie weder wollen noch erwarten.

Die Zweifel kommen mit Sicherheit

Ja, die Zweifel kommen mit Sicherheit, sie gehören zum Vertrauen dazu. Schicke sie nicht weg, denn sie kommen wieder, schneller als du denkst.

Das Yoga Rahasja, eine Form des Yoga, schreibt u.a. zum Umgang mit dem Zweifel:
Sprich folgenden Satz aus oder denke ihn: „Eine größere Kraft wird mich beschützen.“ Dann schau auf den Zweifel, schau ihn still an, sieh ihn dir gegenüberstehen und schau genau hin, und dann richte dich wieder aus auf deinen Satz: „Eine größere Kraft wird mich beschützen.“

Tue das immer wieder, wenn der Zweifel kommt. Wenn der Zweifel kommt, schau ihn an, aber dann geh weiter deinen Weg. Lass die größere Kraft und ihren Schutz immer mehr in dich hinein, damit sie in dir wirken kann. Ohne zu wissen wie.

Wunderbare Momente des Vertrauens

Vertrauen in das Leben ist ein Weg. Manchmal gelingt er ganz leicht, da gibt es keinen Zweifel mehr. Ein andermal braucht es schon eine besondere innere Ausrichtung, um das Vertrauen nicht zu verlieren. Aber immer wieder kann ich in den Aufstellungen sehen: Unsere Seele will lieben dürfen. Sie will vertrauen können und sich dem Leben öffnen. Das ist ihr eigentliches Wesen.

So wünsche ich dir immer wieder wunderbare Momente des Vertrauens. In das Leben, in andere Menschen, in größere Kräfte und in dich selbst.

Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

www.aufstellungstage.de
www.renate-wirth.de
renate.wirth@aufstellungstage.de

Praxis: Prinzregentenstraße 7 in 10717 Berlin
Veröffentlichen des Textes und von dessen Auszügen nur mit Erlaubnis der Autorin.
Familienaufstellungen. Mehr innere Freiheit

Schicksal oder freier Wille? Wie es dir immer mehr gelingt, selbstbestimmt zu leben.

Schicksal oder freier Wille? Wie es dir immer mehr gelingt, selbstbestimmt zu leben.

Selbstbestimmt leben

Selbstbestimmt zu leben gehört zu unseren elementaren Grundbedürfnissen. Um gesund zu bleiben und in unserer Kraft zu sein brauchen wir die Möglichkeit, das Leben zu verstehen und es nach unseren Wünschen gestalten zu können.

Du hattest gerade alles mit viel Engagement nach deinen Vorstellungen gestaltet, da trennt sich plötzlich der Partner, oder jemand stirbt viel zu früh oder die Arbeit geht verloren. Wo bleibt da der freie Wille und die Chance, selbstbestimmt zu leben?

Es sind nicht nur große Schicksalsschläge, die unserem freien Willen Grenzen setzen. Es sind auch die immer wiederkehrenden belastenden Gefühle, die wir nicht verstehen können. Traurigkeit, obwohl wir niemanden verloren haben, plötzliche Wut, die nicht passend zur Situation ist oder lang anhaltender Groll, der sich auch bei allem guten Willen nicht auflösen lässt.

Und diese immer wiederkehrenden Muster! Immer wieder der falschen Partner. Immer wieder Geldprobleme. Immer wieder Streit in der Familie. Und dabei hattest du es dir so fest vorgenommen, dass sich das endlich ändern wird! Doch mit allem guten Willen ist es bisher nicht gelungen. Das ist doch in keinster Weise selbstbestimmt!

Dass sich das Leben unablässig wandelt und dass nichts so bleibt, wie es soeben noch war, ist nicht das Schlimmste, wir haben ja auch die Fähigkeit, uns immer wieder neuen Bedingungen anzupassen und uns neu zu entscheiden. Doch oft haben wir nicht das Gefühl, das Leben so gestalten zu können, wie es deinen eigenen Wünschen entspricht. Was liegt dem zugrunde und wie kannst du das ändern?


Immer wieder die gleichen Muster

„Ich wollte nie so werden wie meine Mutter, und nun bin ich es doch“ oder „Ich versuche immer wieder etwas anders zu machen, aber ich komme immer wieder in die gleiche Situation“.

„Immer wieder gerate ich an den falschen Partner“, oder „Ich bin ständig auf der Suche und weiß nicht wonach“ und „Ich kann machen was ich will, aber ich habe immer kein Geld“.

So und ähnlich beschreiben es die Menschen, die zur Aufstellung kommen. Es ist das Gefühl, dass der eigene Wille Grenzen hat und Kräfte wirken, die sich ihrem Denken und Wollen entziehen und die Menschen an ihre Grenzen bringen. Auf Dauer werden diese Menschen kraftlos, mutlos oder sogar krank.

Wir denken zumeist, es liegt an uns

Wenn uns belastende Gefühle bedrücken denken wir zumeist, die Schwierigkeiten liegen an uns. Wenn wir uns nur mehr anstrengen, wenn wir dies oder das anders machen würden, dann werden die Probleme schon zu ändern sein.

Doch so ist es oft nicht. Das, was hinter unserem Problem wirkt, ist oft unbewusst und entzieht sich unserer bewussten Kontrolle. Denn Probleme können systemisch bedingt sein. Systemisch bedingt heißt, es kann etwas aus dem System unbewusst auf dich wirken, was sich der eigenen Kontrolle entzieht. Meist ist es das Familiensystem.

So kann es z.B. sein, dass familiäre Bindungen verhindern, zielgerichtet und erfolgreich den eigenen Weg zu gehen. Ein Tabu in der Familie, ein fehlender Segen oder Werte, die nicht mit der Familiengeschichte übereinstimmen, können den Erfolg, das Glück und eine erfüllende Partnerschaft verhindern und Ursache von Krankheiten sein.

Schwere Schicksale in der Familie

Schwere Schicksale in der Familie, wie der Verlust der Heimat, eines Partners, eines Kindes oder von Geschwistern durch Krankheit, Unfall, Suizid, Mord oder Krieg, Adoptionen, Abtreibungen, Früh- und Fehlgeburten, schwere Behinderungen, Trennungen, schwere Schuld, Missbrauch und Gewalt können sich auf die anderen Familienmitglieder auswirken.

Sie können zu familiären, beruflichen oder gesundheitlichen Problemen führen bis hin zum Wunsch, selbst nicht mehr leben zu wollen. Und das auch, wenn wir diese Menschen nicht kennen und wenn sie vielleicht schon längere Zeit nicht mehr am Leben sind.

Wie lässt sich erklären, dass die Ereignisse vorangegangener Generationen und die Erlebnisse unserer Familienmitglieder auch noch nach langer Zeit auf uns wirken, auch dann, wenn wir nichts von diesen Ereignissen wissen?

Wir sind alle miteinander verbunden

Sowohl die moderne Quantenphysik als auch die alten Weisheitslehren weisen darauf hin, dass alles mit allem verbunden ist. Dass wir eingebunden sind in Felder, die weit über uns hinausweisen. Diese Felder tragen Informationen.

Prof. Hans-Peter Dürr, Quantenphysiker und Nobelpreisträger, beschreibt, dass es unserem menschlichen Verstand nicht möglich ist, die Wirklichkeit auch nur annäherungsweise zu begreifen. Hatte man in der alten Physik noch angenommen, dass die Welt aus Substanz und Materie besteht, wissen wir jetzt, dass die Welt verdichteter (geronnener) Geist ist. Jeder von uns ist Teil dieses Feldes und wirkt kreativ auf dieses ein.

Pater Willigis Jäger, Holzkirchen, Benediktiner und Zenmeister schreibt in seinem Buch „Die Welle ist das Meer“, dass alle Religionen von der Erfahrung des All-eins-seins mit verschiedenen Namen sprechen: Der Urgrund allen Seins, das Meer, das Göttliche, die Liebe, der Große Geist (Spirit), die Weltenseele, Nicht-Zwei, Buddhanatur sind einige der Namen für eine Wirklichkeit, die sich kaum in Worte fassen lässt.

Die transgenerationale Weitergabe von Traumata

Der englische Biologe Rupert Sheldrake prägte den Begriff des „Morphischen Feldes“. Morphische Felder sind überall präsent, von der Bildung eines Kristalls, einer Aminosäure und einer Familie, einer Organisation bis hin zur Bildung eines Planeten oder einer Galaxie.

Zentrales Charakteristikum morphischer Felder ist, dass sie sich entwickeln. Sie sind fähig, Informationen zu registrieren und sich dementsprechend zu verändern. Ihre Struktur hängt von den in der Vergangenheit aufgenommenen Informationen ab, sie verfügen damit über eine gewisse Art von Gedächtnis.

Wenn morphische Felder überall in der Natur zu finden sind, heißt das, dass die Natur selbst ein Gedächtnis darstellt. Das heißt auch, dass der Einfluss der Vergangenheit immer gegenwärtig ist.

Gehen wir davon aus, dass wir als Lebewesen alle miteinander verbunden sind, so lässt sich annehmen, dass die Schicksale einzelner Familienmitglieder nicht vergessen werden. Sie werden durch unbewusste Bindung und Liebe auch von anderen Familienmitglieder gefühlt.

Wir sprechen hier von Seelenbewegungen. Wir können diese Seelenbewegungen nicht sehen, wir können sie nur an ihren Wirkungen erkennen. In unseren Seelenbewegungen fühlen wir die Verbindung zu unseren Familienmitgliedern weiter. Vor allem zu deren Schicksalen, wenn diese nicht in Frieden kommen konnten.

Sind wir dem Schicksal dadurch ausgeliefert?

Die Erkenntnisse der systemischen Forschung und der modernen Epigenetik zeigen, dass die Reaktionen auf Traumata über Generationen weitergegeben werden. Diese Traumata verändern zwar nicht das Erbgut, sie bleiben jedoch als unbewusste Erinnerung auch nach mehreren Generationen erhalten und werden so an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Hier führen sie zu Reaktionen, die denen der selbst erlebten Traumata ähneln.

Sind wir dann dem Schicksal ausgeliefert, je nachdem, was in unseren Familien geschehen ist? Oder haben wir einen Spielraum für unseren eigenen Willen? Und was ist dieses Schicksal?

Unberechenbares Schicksal

Was ist das, dieses Schicksal? Bei genauerem Hinschauen zeigt sich als Essenz der verschiedensten Ansichten, das Schicksal sei das Ergebnis der Wirkung einer größeren Kraft oder von höheren Mächten, die die Ereignisse des Lebens gestalten und die unabhängig von unserem eigenen Wollen wirken. Nun sind diese Ereignisse ja nicht immer angenehm und schon gar nicht vorhersehbar.

Ein unberechenbares Schicksal macht Angst, hinterlässt Beklemmung und das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Das sind durchweg Emotionen, mit denen wir uns nicht gut fühlen. Und Vertrauen in das Leben ermöglicht ein unberechenbares Schicksal nun schon gar nicht.

Lieber wäre es uns doch, wir hätten das Gefühl, mit unserem freien Willen doch einiges selbst entscheiden und bewegen zu können. Denn in unsere eigene Kraft können wir, wenn auch begrenzt, doch eher vertrauen als in ein unberechenbares Schicksal.


Hadern mit dem Schicksal: Eine Aufstellung

In einer Weiterbildung sagt Anna K. : „Ich hadere oft mit dem Schicksal. Mit meinem, mit dem gesellschaftlichen, kulturellen, politischen. Ich hinterfrage lange, hätte man da nicht was anders machen können?

Und jetzt, in der Aufstellung zum Schicksal meiner behinderten Tante, die im Heim in der Nazizeit „verstarb“, da fiel es mir so schwer, auf das Schicksal zu schauen und zuzustimmen, dass es war wie es war und damit in Frieden zu kommen. Deshalb möchte ich fragen: Gibt es denn einen freien Willen? Können wir unser Leben beeinflussen oder ist alles Schicksal?“

Die Teilnehmer der Weiterbildung reagierten sofort mit einem intensiven Für und Wider und es entstand ein sehr emotionaler Austausch von Meinungen. Um die ganze Frage mehr aufzuhellen entschied ich mich, diese Frage aufzustellen.

Ausgewählt wurden 5 Stellvertreter: Je einen für das Schicksal, die größere Kraft (hier mit Gott bezeichnet), das Leben, den freien Willen und den Menschen. Es war eine sehr tiefe und berührende Aufstellung, die vollkommen im Schweigen verlief. Im Raum breitete sich eine atemlose Stille aus, wir hielten förmlich den Atem an, so bewegend war das, was sich da zeigte.

Zuerst stand das Schicksal zwischen dem Menschen und dem freien Willen. Wie auch immer der Mensch sich bewegte, das Schicksal stand vor ihm und der Mensch und der freie Wille hatten keine Chance, zusammen zu kommen.

Das Leben selbst war über den Bemühungen des Menschen, das Schicksal zu umgehen und zum freien Willen zu gelangen, ganz aus dem Blick geraten.

Es dauerte lange. Erst als der Mensch aufhörte, das Schicksal zu umgehen oder manipulieren zu wollen und sich langsam der größeren Kraft zuwendete, veränderte sich alles.

Nun stand der Mensch der größeren Kraft gegenüber. Er wurde ruhig. Mit einer Hand auf dem Herzen und ganz leicht gebeugtem Kopf konnte er deren Größe in Demut anerkennen.

Plötzlich ging das Schicksal zur Seite, stellte sich neben die große Kraft und machte Platz für den freien Willen. Der freie Wille kam langsam auf den Menschen zu und beide begegneten sich still.

Auch das Leben kam näher. Nun konnte der Mensch mit dem freien Willen an der Seite auf das Leben schauen. Das Schicksal und die größere Kraft schauten auf den Menschen und das Leben.

Jedes Jetzt ist Schicksal

Später schrieb mir Anna K.: „Die Aufstellung war wichtig für mich. Ich habe gesehen, dass es einen freien Willen gibt, dass ich nicht ausgeliefert bin. Er steht mir zur Verfügung, weil ich dem Ruf gefolgt bin, mich anvertraut habe, Menschen gefunden habe, die mir den Raum gegeben haben, mir zu helfen. Danke, danke, danke.

Mir gefällt am besten die folgende Aussage über das Schicksal: Jedes Jetzt ist Schicksal. Es ist Ergebnis dessen, was geschehen und was nicht mehr zu verändern ist. Schicksal ist Vorgabe. Erst von jetzt an kann man etwas aus ihm machen. Das Ergebnis eines jeden Machens wird neues Schicksal sein.“

Ich danke dir, Anna K., und der ganzen Gruppe für diese berührende und erhellende Aufstellung.


So wie das Schicksal war, so war es

Wenn wir kämpfen für oder gegen etwas, weil wir denken, wir haben verstanden, dann kostet das unendlich viel Kraft und bringt nur Kampf in die Welt. Aber anzuerkennen, dass wir in größere Felder eingebunden sind, die wir auch oft nicht verstehen und benennen können, dass diese Felder und Kräfte auch Schmerzhaftes mit sich bringen, manchmal auch etwas, das kaum auszuhalten war, diesem zuzustimmen: „Ja so war es.“ heißt, dem Leben und dem, was es mit sich bringt, zuzustimmen.

Der wesentliche Schritt: Anerkennen was war

Es ist dieses Anerkennen dessen, was war. Nicht als gut oder schlecht, sondern nur: „Ja so war es. Genau so“. Und dann entsteht plötzlich ein weiter Raum zum Handeln. Nicht, um das Schicksal zu ändern, denn so wie es war, so war es. Da entsteht ein innerer Frieden. Es entsteht ein Raum zum Handeln, um Neues zu bewirken. Kreatives. Auch Lebenslust, Liebe und Heilung.

Vertrauen in das Leben bedeutet auch, Vertrauen zu haben in die Fähigkeit, dem Leben zuzustimmen wie es ist und dennoch immer wieder weiterzugehen und immer wieder neu zu handeln.

Vertrauen in das Schicksal

Vertrauen in das Schicksal können wir wohl nicht willentlich machen, wir können uns ihm nur öffnen. Es ist dieses „Ja“ zum Leben. Auch zu dem, was war. Und zu dem was gerade ist. Und zu dem, was wir noch nicht kennen, in das wir nur vertrauen können. Wenn uns dieses „Ja“ gelingt wird das Leben leichter. Der indische Philosoph Rabindranath Tagore schreibt dazu:

Schicksal, ich folge dir freiwillig,
denn täte ich es nicht,
so müsste ich es dennoch unter Tränen tun.

Wird in einer Familienaufstellung auch das Schicksal mit aufgestellt, wird es meist als entlastend, groß und friedlich wahrgenommen. Ich habe beobachtet, dass die Seele des Klienten oft schon lange darauf gewartet hat, Frieden mit dem Schicksal zu schließen, um heilen zu können.

Der nächste Schritt: Eingefrorene Gefühle und Traumata lösen

Das Schicksal anzunehmen, das schreibt sich so schnell hin. Aber wir können es zumeist nicht ohne Unterstützung. Denn wenn wir dem einfach zustimmen könnten, dann hätten wir es sicher schon getan. Es sind die eingefrorenen Gefühle und die Schockstarre des Traumas, die verhindern, dass die Gefühle sich zu einem guten friedlichen Ende vollziehen können.

Und hier wirkt die Aufstellungsarbeit in mehrerer Hinsicht segensreich. Sie schafft den Raum, damit sich das eigentliche Trauma zeigen kann, das hinter dem aktuellen Problem verborgen liegt.

Dann schafft sie den Raum, dass sich die damit verbundenen Gefühle zeigen und zu einem guten Ende vollziehen können. Und sie schafft den Raum, dass die Liebe in der Familie endlich eine Chance hat da zu sein.

Oft schenkt eine Familienaufstellung auch die Möglichkeit, endlich gesehen zu werden oder auch, sich von Familienmitgliedern verabschieden zu können, wenn das bisher nicht möglich war. Dann entsteht von ganz allein ein inneres Ja zu dem, was war. Wir kommen in Frieden mit dem, was geschehen ist und dem, was uns heute bleibt.


Der Sinn einer Familienaufstellung

Familienaufstellungen bewirken tiefe Bewegungen in unserem Herzen. Traumata können gewandelt werden und heilsame Impulse neue Lebensmöglichkeiten schenken. Dann können wir freier über unser Leben entscheiden, in unsere eigene Kraft kommen und unseren eigenen selbstgewählten Weg gehen.

Eine Familienaufstellung kann dir inneren Frieden bringen und der Seele und dem Herzen ermöglichen, neu zu vertrauen. Auch und gerade dem Leben zu vertrauen. Wenn du nicht sicher bist, ob eine Familienaufstellung für dich jetzt der nächste gute Schritt ist, dann klicke hier, ich sende dir dann umgehend und kostenlos das E-Book „5 Schritte zu mehr innerer Freiheit“ zu.

Neuer Freiraum zum Handeln

Wenn dich über längere Zeit belastende Gefühle bedrücken oder einengende Lebensmuster daran hindern, dein freies Potential zu leben, so ist das für dich kein festgeschriebenes Schicksal. Wenn du erkennen kannst, was dich belastet und diesen Gefühlen zustimmst: „Ja so ist es bei mir. So ist es jetzt.“ dann ist das schon der wesentliche Schritt, um neue Wege zu gehen.

Jetzt kannst du handeln. Schau in deine Familiengeschichte. Schau nach Möglichkeiten der Heilung. Frage nach. Lass dir das E-Book zusenden. Oder komme als Stellvertreter_in zum Aufstellungsseminar, um zu schauen, ob diese Arbeit für dein Thema heilsame Lösungsschritte bringen kann.
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Und genieße deinen freien Willen, den du heute hast.

Alles Gute und herzliche Grüße
Renate

 

 


Impressum:
Text und Foto: Dr. Renate Wirth

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Familienaufstellungen. Mehr innere Freiheit

Die verschiedenen Anliegen und wie du dich auf eine Familienaufstellung vorbereiten kannst.

Die verschiedenen Anliegen und wie du dich auf eine Familienaufstellung vorbereiten kannst.

Kann jedes Anliegen aufgestellt werden?

Die Anliegen der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer sind sehr verschieden. Grundsätzlich kann jedes Anliegen, das nicht selbst gelöst werden kann, aufgestellt werden.

Auf den ersten Blick sieht das sehr willkürlich aus, als wäre mit Familienaufstellungen alles lösbar. Es liegt diesen so verschiedenen Anliegen jedoch eine gleiche Dynamik zugrunde: Verstrickungen in die Bindungen unserer Familie verhindern, das Glück und den eigenen guten Platz im Leben voll zu nehmen.

Ich habe mehr als 5000 Aufstellungen geleitet, doch keine Aufstellung war wie die andere. Jede Familie, jedes Schicksal und jede Lösung sind einmalig.

Es gibt so viele Anliegen wie es Menschen gibt, denn jede Familie hat ihre ureigene Geschichte, die von vielen Generationen geprägt wurde. Doch es gibt grundsätzliche Wünsche, die uns Menschen allen zu eigen sind und die wir uns alle in unserer tiefen Seele wünschen.

Du kannst in der nachfolgenden Auflistung schauen, ob etwas für dich zutrifft, das dich schon lange bedrückt und das du gern ändern möchtest. Wenn du ankreuzt, was für dich zutrifft, kannst du leichter dein Anliegen eingrenzen und erkennen.

1. WENN DU DIR FRIEDEN IN DER FAMILIE WÜNSCHST

O In deiner Familie fühlt sich vieles schwer an
O Dein Verhältnis zu deiner Mutter ist nicht einfach
O Du wünschst dir ein besseres Verhältnis zu deinem Vater
O Du hast deine Mutter oder deinen Vater zeitig verloren
O Du hast vermisst jemanden in deiner Familie schmerzhaft
O Unter euch Geschwistern gibt es Probleme
O Du findest deinen Platz nicht
O Immer wieder gibt es ungewollt Streit
O In deiner Familie wiederholt sich einiges
O Es gab schweres Schicksal in deiner Familie

2. WENN DU DIR EINE ERFÜLLTE PAARBEZIEHUNG WÜNSCHST

O Du wünschst dir eine erfüllte Liebesbeziehung
O Dein Kinderwunsch ist bisher unerfüllt geblieben
O In deiner Paarbeziehung gibt es immer wieder Streit
O Sexualität ist schwierig für dich
O Du wünschst dir mehr Verständnis
O Du wünschst dir eine Trennung
O Du möchtest etwas tun, um die Paarbeziehung zu retten
O Die Trennung belastet dich sehr

3. WENN DU DEINE KINDER ENTLASTEN MÖCHTEST

O Deinem Kind geht es nicht gut
O Dein Kind verhält sich seltsam
O Du machst dir Sorgen um dein Kind
O Du wünschst dir Entlastung für dein Kind
O In deiner Patchworkfamilie ist es nicht einfach

4. WENN DU LÖSUNGEN ZU BERUF. ERFOLG UND GELD SUCHST

O In deinem Beruf wünschst du dir mehr Erfolg
O Du möchtest dich beruflich neu ausrichten
O Du hast Schwierigkeiten in deinen Arbeitsbeziehungen
O Im Beruf fühlst du dich nicht gesehen
O Du wünschst dir mehr finanzielle Freiheit
O Immer wieder engt dich Geldmangel ein
O Du hast Schwierigkeiten, deinen Wert zu benennen
O Mit dem Geld sind belastende Gefühle verbunden

5. WENN DICH GESUNDHEITLICHE PROBLEME BELASTEN

O Gesundheitliche Probleme belasten dich emotional
O Du wünschst dir eine Lösung für deine Gesundheit
O Du möchtest Ursachen erkennen und lösen

6. WENN DU BELASTENDE GEFÜHLE LÖSEN MÖCHTEST

O Du bist manchmal grundlos traurig
O Du fühlst dich oft einsam, auch in Gesellschaft
O Du findest deinen Platz nicht
O Du möchtest endlich das Gefühl haben, angekommen zu sein
O Du fühlst dich oft kraftlos
O Immer wieder belasten dich Angstgefühle
O Du bist oft auf der Suche und weißt nicht wonach
O Plötzliche Wutausbrüche belasten dich
O Du kannst deinen Groll nicht loslassen
O Du wünschst dir mehr Vertrauen
O Du möchtest mehr Selbstvertrauen und innere Sicherheit

7. WENN DU EINENGENDE MUSTER AUFLÖSEN MÖCHTEST

O Du gerätst immer wieder an den falschen Partner
O Du hast immer wieder finanzielle Probleme
O Du hast immer wieder Schwierigkeiten im Beruf
O Du wirst einfach nicht erfolgreich, obwohl du so viel arbeitest
O Du kannst dich nicht gesund abgrenzen
O Du gehst immer wieder in inneren Rückzug
O Du kommst immer wieder zu spät

Vielleicht gibt es für dich noch ein ganz anderes, hier nicht aufgeführtes Anliegen, das dich bedrückt. Ein emotionaler Kummer, ein dich belastendes Leid. Dann schreibe mir. Oder komm, dann stellen wir dein Anliegen auf.

Wie du dich auf die Aufstellung vorbereiten kannst

Es ist hilfreich, wenn du wichtige schicksalhafte Ereignisse deiner Familie und der dazugehörigen Personen in Erfahrung bringen kannst. Besonders schwere Schicksale sind in den Familien oft mit einem Tabu belegt, um den damit verbundenen Schmerz, die Schuldgefühle und die Scham nicht zu erinnern. Doch gerade diese Ereignisse, die oft nicht geachtet wurden, wirken im System weiter.

Die Eltern, Großeltern und Verwandten zu den Schicksalen in der Familie zu befragen, ist oft schon eine große Bereicherung. So kann manchmal bereits im Vorfeld ein lange gehütetes Tabu aufgehoben werden.

Oder ein vertrautes Gespräch ermöglicht ein neues Gefühl von Nähe. Je mehr du erfährst, desto klarer und hilfreicher kann die Aufstellung für dich werden.

Solltest du keine Möglichkeit haben, deine Familiengeschichte zu erfragen, ist eine Aufstellung trotzdem möglich. Die Bewegungen vollziehen sich, und wichtige Informationen können sich auch in der Aufstellung zeigen.

Du erhältst einen vorbereitenden Fragebogen

Wenn du dich für ein Seminar anmeldest, erhältst du einen vorbereitenden Fragebogen zugesandt. Er ist nur für dich selbst gedacht, als Orientierung im vorbereitenden Gespräch, nicht zum Abgeben im Seminar und enthält in etwa folgende Fragen:

Gab es bei Ihnen, Ihren Eltern oder Großeltern Kinder, die tot geboren wurden, früh starben oder früh weggegeben wurden?
Gab es Fehlgeburten, Totgeburten oder Abtreibungen?
Hat jemand in der Familie einen Elternteil in der Kindheit oder Jugend verloren?
Hatte einer der Eltern oder Großeltern vor oder während der Ehe wichtige andere Partner und sind Kinder aus diesen Beziehungen hervorgegangen?
Gab es in Ihrer Herkunftsfamilie besondere und schwere Schicksale, wie Behinderung, Adoption, schwere Krankheiten, psychische Erkrankungen, Gewalt, Tod durch Unfall, Mord, Suizid oder ähnliches?
Gab es Kriegsereignisse wie Gefangenschaft, Flucht, Verfolgung, Vertreibung?

Sind Vorkenntnisse wichtig?

Es ist möglich, aber nicht notwendig, sich vor der Aufstellung mit den theoretischen Grundlagen zu beschäftigen. Die Aufstellung wirkt durch sich selbst. Die Teilnehmenden brauchen keine Vorkenntnisse.

Als ich das erste Mal eine Aufstellung erlebte, hatte ich noch nie vorher vom Familienstellen gehört. Und doch vollzog sich eine Wirkung, die noch Jahre danach Gutes tut.

Später habe ich dann einige Bücher gelesen. Diese Bücher ermöglichten mir neue Sichtweisen. Doch wer sich gern im Vorfeld informieren möchte, es gibt inzwischen eine Vielzahl an Büchern zum Thema Familienstellen.

Wirklich wichtig ist aber ein Sich-Einlassen in das, was sich in der Aufstellung zeigt. Es ist ein Vollzug im Herzen, den man vorher nicht durchdenken kann.

Musst oder kannst du deine Familie mitbringen?

Du musst nicht. Aber du kannst. Es genügt, wenn du zunächst für dich selbst aufstellst und so deinen Lösungsweg in deiner Seele trägst. Erfahrungsgemäß hat das im Laufe der Zeit auch Auswirkungen auf die anderen Familienmitglieder, ohne dass diese dabei waren.

Da gibt es immer wieder erstaunliche Erfahrungen. Plötzlich meldet sich eine Schwester wieder, die zehn Jahre keinen Kontakt gesucht hat. Und das, obwohl sie nichts von der Aufstellung wusste. Oder ein Vater sucht sein Kind, das er bisher nicht kannte.

Die Wirkung der Aufstellung vollzieht sich über den Rahmen der aufstellenden Personen hinaus. Denn wenn sich ein Element eines Systems verändert, hat das auch immer eine Wirkung auf das ganze System. Hast du jedoch die Möglichkeit, eine vertraute Bezugsperson mitzubringen, ist dies möglich und kann sehr hilfreich sein.

Solltest du unsicher sein, ob für dich und dein Anliegen eine Familienaufstellung passend ist, dann schreibe mir eine Mail oder vereinbare einen Telefontermin. Auf der Kontaktseite findest du die Möglichkeit dazu.

Dir alles Gute und herzliche Grüße
Renate

 

 


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Text: Dr. Renate Wirth
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